Schweizer Aussenhandel bekommt Folgen der Coronakrise zu spüren

(Zusammenfassung) - Im Schweizer Aussenhandel werden die Folgen der Coronakrise sichtbar. Die Exporte sind im März zwar dank einem kräftigen Wachstum der Chemie- und Pharmaausfuhren weiter angestiegen. Starke Rückgänge sind aber bei den Ausfuhren der Uhren- und der Maschinenindustrie sichtbar. Bremsspuren zeigen sich auch bei den Importen.
21.04.2020 12:51

Saisonbereinigt stiegen die Exporte im März im Vergleich zum Vormonat nominal um 2,2 Prozent (real -4,0 Prozent) auf 19,0 Milliarden Franken, wie den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) vom Dienstag zu entnehmen ist. Im gesamten ersten Quartal 2020 erhöhten sich die Ausfuhren um 1,0 Prozent.

Rückläufig entwickelten sich derweil die Importe in die Schweiz, die im März nominal um 3,9 Prozent (real -6,7 Prozent) auf 15,8 Milliarden Franken zurückgingen. Im gesamten ersten Quartal sanken die Einfuhren um 2,8 Prozent.

Für die Handelsbilanz ergibt sich im März ein Überschuss von 3,16 Milliarden Franken nach einem Plus von 2,09 Milliarden im Februar.

Chemie-Pharma auf Höchststand

Äusserst positiv entwickelte sich das erste Quartal für die Pharma- und Chemieindustrie, die ihre Exporte alleine im März um knapp 14 Prozent steigerte. Für das gesamte erste Quartal resultierte ein Wachstum der Ausfuhren um 5,6 Prozent.

"Einmal mehr zeigt sich, dass die Pharmaindustrie der Trumpf für die Schweizer Wirtschaft ist", sagte CS-Ökonom Claude Maurer gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Insgesamt stiegen die Exporte von Chemie-Pharma deutlich über die 30-Milliarden-Franken-Grenze und erreichten gar einen neuen Höchststand.

Uhrenexporte hart getroffen

Stark zu leiden unter der Corona-Pandemie hatte dagegen die Uhrenindustrie, die im März einen Exporteinbruch verzeichnete. Nachdem die Branche die Folgen der Corona-Pandemie im Februar zunächst in China zu spüren bekam, sackte die Nachfrage im folgenden Monat in weiteren Ländern ab. Im gesamten ersten Quartal resultiert nun ein saisonbereinigtes Minus der Uhrenexporte von 2,9 Prozent.

Nach China hatten im März auch die Regierungen vieler europäischer Länder drastische Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ergriffen. In der Folge brachen die Uhrenexporte etwa in dem von der Corona-Pandemie stark betroffenen Italien regelrecht ein. Einbrüche von einem Drittel und mehr gab es auch für die Exportmärkten Frankreich, Grossbritannien oder Deutschland.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigten auch bei den Exporten der Maschinen- und Elektroindustrie stark. Diese sackten im März saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um gut 15 Prozent ab, nachdem im Februar noch ein leichter Anstieg resultiert hatte. Auch für das gesamte erste Quartal waren die Ausfuhren von Maschinen und Elektronik damit rückläufig (-3,9 Prozent).

Wachstum bei US-Exporten

Hinsichtlich der wichtigsten Handelsregionen wuchsen die Ausfuhren vor allem nach Nordamerika im ersten Quartal (+7,8 Prozent) deutlich an, dies bei einem kräftigen Anstieg im März. Dagegen nahmen die Exporte nach Asien (-1,1 Prozent) im ersten Quartal ab.

Die Exporte nach Europa legten im gesamten ersten Quartal (+0,7 Prozent) noch leicht zu. Auffallend waren starke Anstiege der Exporte nach Irland und Österreich, wogegen die Ausfuhren nach Belgien einbrachen: Für diese ausgeprägte Entwicklung hätten allerdings die Chemie- und Pharmaausfuhren die zentrale Rolle gespielt, so die EZV-Statistiker.

Einbruch der Autoeinfuhren

Bei den Importen machten sich im ersten Quartal (-2,8 Prozent) vor allem eine geringere Einfuhr von Fahrzeugen bemerkbar. Alleine im Monat März brach der Import von Personenautos um gut einen Fünftel ein und auch bei der Luftfahrt kam es zum starken Rückgang der Einfuhren. Klar rückläufig entwickelten sich aber auch die Importe von Textilien, Bekleidung und Schuhen.

Deutlich geringer fielen zudem im März die Importe von Energieträgern aus: Im März lagen die Einfuhren von "Erdöl und Destillaten" um rund 25 Prozent unter dem Vormonat. Zulegen konnten dagegen die Einfuhren von Chemie- und Pharmaprodukten in die Schweiz sowie von Bijouterie.

tp/rw

(AWP)