Schweizer Aussenhandel legt im Mai zu - Uhrenexporte erneut stark rückläufig

Zürich (awp) - Der Schweizer Aussenhandel hat im Mai zugelegt. Die Exporte stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 11,2% auf 17,3 Mrd CHF (real +1,4%). Der Berichtsmonat zählte allerdings einen Arbeitstag mehr als im Vorjahr, so dass sich bereinigt zwar noch ein nominales Plus von 5,7%, real aber ein Minus von 3,6% ergibt. Die Importe legten derweil um 11,0% auf 13,5 Mrd CHF (real +9,5%) zu, auf bereinigter Basis waren es +5,5% bzw. +4,1%. Die Handelsbilanz schloss somit im Berichtsmonat mit einem Überschuss von knapp 3,8 Mrd CHF.
21.06.2016 08:30

Der Aussenhandel habe im Mai ein stattliches Wachstumstempo angeschlagen, teilte die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag mit. Dabei hätten die chemisch-pharmazeutischen Produkte die Ergebnisse in beiden Verkehrsrichtungen massgeblich bestimmt. So sei etwa der arbeitstagsbereinigte, reale Rückgang vor allem durch den markanten Preisanstieg in der Pharmasparte ausgelöst worden.

Das Bild bei den Exporten präsentierte sich laut EZV facettenreich: die Spannweite (arbeitstagsbereinigt) reichte von +23% (chemisch-pharmazeutische Produkte) bis zu -14% (Uhren). Wenig einheitlich war auch der Exportverlauf nach Kontinenten: überaus rege war die Nachfrage aus Nordamerika (+42%), während etwa die Ausfuhren nach Europa lediglich um 4% zulegten. Das Exportgeschäft nach Asien war mit -10% gar deutlich negativ, ebenso nach Lateinamerika mit -7%.

In einer saisonbereinigten Betrachtung stiegen die Exporte zum Vormonat leicht um 0,3%, sanken aber real um 0,4%. Die Importe reduzierten sich um 2,7% (real +0,2%).

UHRENEXPORTE ERNEUT FAST ZWEISTELLIG RÜCKLÄUFIG

Die Schweizer Uhrenexporte sind im Mai 2016 zum dritten Mal in Folge deutlich zurückgegangen. So sank das Exportvolumen gegenüber dem Vorjahr um 168 Mio bzw. 9,7% auf 1,55 Mrd CHF. Real betrug das Minus 9,8, so die EZV. Arbeitstagsbereinigt ergibt sich sogar ein Rückgang von nominal 14,2% bzw. real 14,3%.

Gegenüber den Vormonaten hat sich der Rückgang immerhin leicht abgeschwächt. So waren die Uhrenexporte im April nominal um 14% (real 11%) und im März gar um 16% (21%) gesunken. Kleiner war der Rückgang dagegen im Februar gewesen mit -3% (-6%).

mk/uh

(AWP)