Schweizer Autobranche kriegt im nächsten Jahr einen Dämpfer

Das Schweizer Autogewerbe muss sich auf eine Korrektur einstellen. Ein gesättigter Markt und vorgezogene Neukäufe würden im nächsten Jahr die Zahl an neu immatrikulierten Autos um 4,2% drücken, prognostiziert das Forschungsinstitut BAK Economics.
02.11.2017 09:34

Demnach erwarten die Experten für 2018 einen Rückgang um 13'000 auf insgesamt 304'000 Immatrikulationen, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung von BAK Economics und dem Auto Gewerbe Verband Schweiz vom Mittwoch.

Der Automarkt habe bereits im Jahr 2013 und 2014 mit rückläufigen Neuwagenkäufen auf eine Marktsättigung hingedeutet. Wegen der Aufhebung des Mindestkurses habe sich damals das Blatt gewendet. Mit einem nun schwächeren Franken ist davon auszugehen, dass diese Sättigungseffekte auf das nächste Jahr durchschlagen.

Dabei rechnen die Experten für 2018 mit einer weiteren Abwertung des Frankens auf einen Euro-Franken-Wechselkurs von 1,18. Damit dürften die Preise steigen oder zumindest die Eurorabatte wegfallen. Der vorherrschende Margendruck im Neuwagengeschäft lasse dabei wenig Spielraum zu.

Das führe auch dazu, dass Kunden Autokäufe vorziehen. Besonders im Schlussquartal des laufenden Jahres sei nochmals mit mehr Neuanmeldungen zu rechnen. Für das Gesamtjahr 2017 erwarten die Experten rund 317'000 Neuimmatrikulationen. Das sind ungefähr gleich viel wie 2016.

Das Potenzial an vorgezogenen Neukäufen werde aber bald erschöpft sein. Daher ist im nächsten Jahr mit einem Gegeneffekt zu rechnen. Trotz dieser Korrektur werden sich die Immatrikulationen von Neuwagen aber auch im nächsten Jahr auf einem historisch hohen Niveau bewegen, relativieren die Experten.

Wegen der wachsenden Bevölkerung würden auch mittelfristig im Schnitt mehr Autos die Strassen befahren. Das anziehende Wirtschaftswachstum dürfte den Automobilmarkt zusätzlich stützen.

dm

(AWP)