Schweizer Banken bezahlen 2016 mehr Strafzinsen

Die Schweizer Banken haben für das Jahr 2016 mehr Strafzinsen bezahlt. So stieg der gebührenpflichtige Teil ihrer Einlagen bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im vergangen Jahr an - nicht zuletzt weil die SNB weiterhin mit Interventionen am Devisenmarkt gegen die Frankenstärke ankämpfte.
21.02.2017 18:25

Die Guthaben der Schweizer Banken auf den Girokonten bei der SNB sind im vergangenen Jahr um rund 62 Mrd auf 465 Mrd CHF angestiegen, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Zahlen der SNB hervorgeht. Sie stiegem damit auf über das 29-fache der Mindestreserve. Ab dem 20-fachen müssen die Banken einen Strafzinsen von aktuell 0,75% bezahlen.

Bereits im Jahr 2015 waren davon alle Banken-Kategorien betroffen. Die Strafzinsen beliefen sich damals auf insgesamt 1,2 Mrd CHF. Die genauen Zahlen für das Jahr 2016 werden zwar erst am 6. März im Rahmen der Jahresrechnung publiziert. Doch bereits in den ersten neun Monaten erreichten sie einen Wert von 1,1 Mrd.

Am stärksten betroffen waren dabei die Grossbanken UBS und Credit Suisse. Ihre Guthaben bei der SNB kletterten vom 23-fachen der Mindestreserven per Ende 2015 auf das 31-fache per Ende 2016. Bei den Kantonalbanken verharrten die Guthaben im gleichen Zeitraum gerundet beim 23-fachen.

Die SNB liefert zwar keine genauen Angaben zu Interventionen am Devisenmarkt. Weil solche Markteingriffe über das Bankensystem getätigt werden müssen, gilt ein markanter Anstieg der Giroguthaben aber als Hinweis dafür. So kauft die SNB, um den Franken gegenüber dem Euro zu schwächen, Euro und schreibt den Banken den entsprechenden Frankenbetrag auf deren Girokonten bei der SNB gut.

(AWP)