Schweizer Baukonjunktur stabil auf hohem Niveau - Mietwohnungsbau als Zugpferd

Für die Schweizer Bauwirtschaft zeichnet sich ein weiteres gutes Quartal ab. Der Schweizer Bauindex, der ein Frühindikator für die Umsatzentwicklung im laufenden Quartal ist, verharrt auf den rekordhohen 144 Punkten des Vorquartals.
22.02.2017 09:30

Während der Hochbau wieder zulegen dürfte (+4,0%), liegt der Tiefbauindex etwas hinter dem erfolgreichen Vorquartal zurück (-3,4%), wie die Credit Suisse am Mittwoch mitteilte. Die Grossbank erhebt den Index zusammen mit dem Schweizerischen Baumeisterverband vierteljährlich. Insgesamt wird für das laufende Jahr mit einer zunehmend vom Hochbau getragen Fortsetzung des Erfolgskurses gerechnet.

Die entscheidende Rolle dürfte dabei der Mietwohnungsbau spielen, wie es heisst. Der Run auf die im vorherrschenden Negativzinsumfeld attraktiven Immobilienanlagen dürfte sich in einer rekordhohen Anzahl produzierter Wohneinheiten niederschlagen.

Längerfristig sei dieser Bauboom jedoch ein zweischneidiges Schwert: Die durch das Tiefzinsumfeld getriebenen hohen Umsätze beim Hochbau hätten gewissermassen den Charakter eines Vorschusses. Dieser werde wegfallen, sobald Immobilien für Anleger im Vergleich zu anderen Anlageklassen wieder an Attraktivität verlören - etwa durch einen Anstieg des Zinsniveaus.

Die vorgeholten Umsätze beim Neubau würden die Auftragseingänge belasten, bis das Überangebot auf den Nutzermärkten wieder abgebaut sei. Umso mehr seien die Baumeister gefordert, bereits heute in kostensenkende und effizienzsteigernde Methoden und Technologien zu investieren.

cp/uh

(AWP)