Schweizer Finanzsektor bleibt trotz schwierigem Marktumfeld eine tragende Säule

Zürich (awp) - Der Finanzsektor bleibt auch im gegenwärtig anspruchsvollen Marktumfeld eine wichtige Säule der Schweizer Volkswirtschaft. Dabei vermochte er die volkswirtschaftliche Leistung im laufenden Jahr erneut leicht zu steigern, wie die Ökonomen BAK Basel in der am Mittwoch veröffentlichten Studie zum Schweizer Finanzsektor schreiben.
26.10.2016 12:11

Im Jahr 2015 habe der Finanzsektor unter Einbezug direkter und indirekter Effekte eine Bruttowertschöpfung von rund 80 Mrd CHF generiert und er verfügte über rund 400'000 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze. Das entspreche 12,9% der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung bzw. 10% aller Arbeitsplätze in der Schweiz.

Insgesamt werde in der Schweiz somit rund jeder zehnte Wertschöpfungsfranken direkt im Finanzsektor erwirtschaftet, wie es in der im Auftrag der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) und des Schweizerischen Versicherungsverbands (SVV) erstellten Studie weiter heisst. Im Kanton Zürich sei es sogar fast jeder fünfte Franken. Von den 80 Mrd CHF Bruttowertschöpfung entfielen 46 Mrd auf Banken und gut 34,4 Mrd auf den Versicherungsbereich.

Die Branche sehe sich derzeit einer Reihe von Herausforderungen gegenübergestellt. So erfordere die Digitalisierung hohe Investitionen, während die tiefen Zinsen, anhaltender Margendruck und Anpassungskosten aufgrund neuer Regulierungsvorschriften auf die Rentabilität drücke.

Der Innovationsdruck resultiere unter anderem aus der Notwendigkeit heraus, auf neu aufkommende Konkurrenz aus dem Fintech-Segment zu reagieren. Zudem ergäben sich aus technologischen Innovationen Geschäftsmöglichkeiten, neue Geschäftsmodelle sowie Ansätze zu Prozessverbesserungen.

Trotz des garstigen Marktumfelds kann der Finanzsektor jedoch weiter zulegen. Er expandierte bislang im laufenden Jahr leicht und werde auch in Zukunft einen "wesentlichen" Beitrag zur Wohlstandsentwicklung in der Schweiz leisten, ist BAK Basel überzeugt.

Mittel- bis langfristig sei zudem davon auszugehen, dass die Digitalisierung zu Effizienz- und Produktivitätsgewinnen und damit zu einem höheren Geschäftserfolg führen wird. Das langfristige Potenzial für den gesamten Finanzsektor schätzen die Experten für die kommenden zehn Jahre auf ein durchschnittliches Wertschöpfungswachstum von rund 2%.

mk/ra

(AWP)