Schweizer Reisebüros erzielen 2016 weniger Umsatz

Die Schweizer Reisebüros haben im Geschäftsjahr 2016 weniger Umsatz erzielt, obwohl die Reiselust in der Bevölkerung ungebrochen hoch bleibt. Stabil präsentierten sich dabei die Renditen. Die Zukunft wird in der Branche ambivalent eingeschätzt. Dies zeigen zwei Studien der HSG St. Gallen und des Reiseversicherers Allianz Global Assistance im Auftrag des Schweizer Reiseverbands (SRV), die am Dienstag veröffentlicht wurden.
12.09.2017 13:41

Im Jahr 2016 erzielten die 350 an der Umfrage teilnehmenden Reisebüros einen durchschnittlichen Umsatz von rund 2,9 Mio CHF, das sind rund 5% weniger als im Vorjahr. Der Umsatz pro Mitarbeitendem sank sogar um rund 10% auf 880'000 CHF. Stabil blieben die Bruttorendite von 15% sowie die Nettorendite von 1,2%, was auf höhere Beratungshonorare und Kosteneinsparungen zurückzuführen sei, heisst es in der Studie der HSG.

ANTEIL AN FRÜHBUCHERN STEIGT

Mit Blick auf das laufende Jahr zeigt sich bei der Reisefreudigkeit der Schweizer Bevölkerung nur ein leichter Rückgang, wie der zweiten Studie, die von der Allianz durchgeführt wurde, zu entnehmen ist. Rund 82% der Befragten gaben an, mindestens einmal im Jahr eine private Reise mit mindestens drei auswärtigen Übernachtungen zu unternehmen. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von lediglich 2 Prozentpunkten. Im Durchschnitt wurden 2,76 Privatreisen gebucht.

Der Anteil an Frühbuchern, die ihre Reise mindestens zwei Monate im Voraus buchen, hat gegenüber der Befragung von 2016 wieder zugenommen, und zwar auf 50% von 46%. Laut Studie ist dies auch auf eine veränderte Risikoeinschätzung der Reisenden zurückzuführen. So haben die Sicherheitsbedenken spürbar abgenommen. Zeigten im Vorjahr noch 55% der Befragten Angst vor möglichen Unruhen und Terror bei Reisen, waren es in diesem Jahr nur noch 51%.

ZUKUNFTSEINSCHÄTZUNG AMBIVALENT

Ausserdem zeigt die Studie einen ungebrochenen Trend in Richtung Individualreisen. Die Reiseform wird von 69% bevorzugt und nur 23% buchen lieber Pauschalreisen. Ebenfalls im Aufwind sind online-Buchungen direkt bei einem Leistungsträger und auch Sharing-Economy-Plattformen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Dennoch gab unverändert die Hälfte der Befragen an, mindestens einmal pro Jahr ein Reisebüro aufzusuchen und dort eine Reise zu buchen.

Die unmittelbare Zukunft der Branche wird gemäss HSG-Studie ambivalent eingeschätzt. Auf der einen Seite gebe die Stabilisierung der Wirtschaftslage in der Schweiz und Europa Anlass zu Optimismus. Auf der anderen Seite wirke sich die Sicherheitslage in verschiedenen potentiellen Top-Destinationen weiterhin dämpfend aus.

an/ra

(AWP)