Schweizer Schokoladenindustrie wächst dank Exportgeschäft

(Mit weiteren Details ergänzt) - Der Appetit ausländischer Kundschaft auf Schweizer Schoggi hat der Branche im vergangenen Jahr erneut zu einem Wachstum verholfen. Während die Exporte deutlich zulegten, gab es bei den Verkäufen in der Schweiz einen leichten Rückgang.
14.03.2017 15:12

Die Gesamtmenge der verkauften Schweizer Schokolade im In- und Ausland stieg um 2,3% auf 185'639 Tonnen, wie der Branchenverband Chocosuisse am Dienstag mitteilte. Der Umsatz der Branche stieg um 1% auf 1,76 Mrd CHF.

Das Exportgeschäft legte im Jahr 2016 mengenmässig um 4,3% auf 122'034 Tonnen zu. Der damit erzielte Umsatz erhöhte sich um 3,7% auf 874 Mio CHF.

Die Umsätze im In- und Ausland halten sich beinahe die Waage. 2016 erzielten die 18 Mitglieder des Branchenverbands in der Schweiz einen Umsatz von 890 Mio CHF. Das entspricht einem Minus von 1,5%. Der Absatz im Inland sank um 1,2% auf 63'605 Tonnen.

Die Zahlen zeigen, dass der Auslandsmarkt für die Schweizer Chocolatiers immer wichtiger wird. Zwei von drei in der Schweiz hergestellten Schokoladen gehen in den Export. Zur Jahrtausendwende wurde der grösste Teil der Schweizer Schokolade noch im Inland verkauft.

EINBUSSE IN DEUTSCHLAND

Zwar wurde im wichtigsten Exportmarkt Deutschland ein starker Rückgang im zweistelligen Prozentbereich verzeichnet. Dafür versüssten deutliche Zuwachsraten in den übrigen Top-Exportländern die Bilanz der Branche: Grossbritannien legte um 7% zu, Frankreich und Kanada um jeweils 8% und die USA um 19%.

Unter den Top 20-Exportländern zeigte Israel das mit Abstand grösste Wachstum. Ebenfalls gut bis sehr gut entwickelten sich die Märkte in Italien, Spanien, Österreich, Vereinigte Arabische Emirate, Philippinen, Saudi-Arabien und Japan. Rückgänge musste die Branche hingegen in Australien, China, Brasilien und in Russland hinnehmen.

BELIEBTE TAFELSCHOKOLADE

Gut verkaufte sich vor allem klassische Tafelschokolade, wie Chocosuisse-Direktor Urs Furrer auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Einen Rückgang gab es dagegen bei der weissen und bei der gefüllten Schokolade sowie bei den Schokoladestengeln wie Branchli und Prügeli.

Ebenfalls rückläufig war insgesamt das Geschäft mit Festtagsartikeln für Ostern und Weihnachten. Das Geschäft mit Halbfabrikaten wie etwa Kuvertüre für Konditoreien wiederum habe sich erfreulich entwickelt, sagte Furrer.

40% WIRD IMPORTIERT

Gleichzeitig zeigt sich auch, dass Schweizerinnen und Schweizer immer mehr ausländische Schokoladen essen. Der Importanteil hat 2016 zum ersten Mal den Wert von 40% überschritten.

Vor zehn Jahren lag der Wert noch bei 30%. Grund dafür sei vor allem die generelle Zunahme des grenzüberschreitenden Handels, sagte Furrer. Diese Entwicklung könne man auch in anderen Produktbereichen beobachten.

Die Währungssituation ab 2011 habe diesen Prozess zusätzlich beschleunigt. Wegen des starken Frankens sind Importprodukte günstiger geworden. Schweizer Kundinnen und Kunden würden vermutlich Preise vergleichen und vermehrt ausländische Ware kaufen.

IM ABWÄRTSTREND

Schweizerinnen und Schweizer verzehrten im vergangenen Jahr etwas weniger Schokolade als 2015. Der Pro-Kopf-Konsum sank um 100 Gramm auf 11,0 Kilo. Der Trend der letzten Jahre zu einem kleineren Schoggikonsum wurde somit bestätigt. Noch 2009 lag der Verbrauch pro Kopf bei 12,4 Kilo.

Für Chocosuisse-Direktor Furrer sind die Zahlen kein Grund zur Aufregung. Der langjährige Vergleich zeige, dass der Pro-Kopf-Konsum in der Schweiz zwischen 10,5 bis 12,5 Kilo pro Jahr schwanke, sagte er.

cp/

(AWP)