Schweizer Unternehmen laut KPMG-Studie optimistischer - Reorganisation im Fokus

Zürich (awp) - Schweizer Unternehmen beweisen laut einer Studie von KPMG durch Restrukturierungen und den Aufbau neuer Geschäftsfelder eine hohe Anpassungsfähigkeit. Zudem blicken vor allem Grossunternehmen gemäss den Studienergebnissen wieder optimistischer in die Zukunft. Als Herausforderungen sehen die Firmen insbesondere das ungeklärte Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU sowie den Preisdruck im In- und Ausland.
13.12.2016 12:01

Zwar beurteilen die befragten Unternehmen in der KPMG-Umfrage die aktuelle Geschäftslage im Vergleich zum Vorjahr etwa gleich, ein grosser Unterschied zeige sich aber gemäss der Restrukturierungsstudie 2016 bei der Auswertung nach Unternehmensgrösse. Während 2015 vor allem grössere Unternehmen eine negative Geschäftslage wahrgenommen haben, sei nun kein Zusammenhang mehr zwischen der Einschätzung der Geschäftslage und der Unternehmensgrösse feststellbar, heisst es in der am Dienstag veröffentlichten Studie.

Die Umfrageergebnisse seien als "verhaltener Optimismus" zu interpretieren, meint Peter Dauwalder, Leiter Restructuring bei KPMG Schweiz. Zudem zeige sich dadurch die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Schweiz. "Einzelne Branchen und Unternehmen sind jedoch weiterhin massiv unter Druck", so Dauwaldner.

ERWEITERUNG DER GESCHÄFSFELDER

Besonders die Zunahme von Restrukturierungsmassnahmen sei bemerkenswert. Rund 70% der Firmen geben an, in diesem Jahr ihr Geschäftsmodell anzupassen oder dies bereits getan zu haben. Im Jahr 2015 waren es noch rund die Hälfte gewesen. Der Aufbau neuer Geschäftsfelder werde dabei am häufigsten genannt, gefolgt von Produktanpassungen. Dahinter folgen Innovationsförderung sowie die Erschliessung neuer Kundensegmente und Märkte. Aber auch Kostensenkungen sei für einen Grossteil der Unternehmen ein Thema.

Zu schaffen machen den Firmen der Preisdruck und externe Faktoren wie die Europafrage. Als dringlichstes Problem werden laut Umfrage die anhaltend tiefen Preise im Inland (61%) und Ausland (75%) gesehen. Sorgen bereitet aber auch das nach wie vor ungeklärte Verhältnis zwischen der Schweiz und der Europäischen Union. Weiterhin befürchten 65% der Befragten negative oder sogar existenzbedrohende Auswirkungen bei einer Kündigung der Bilateralen Verträge.

sta/tp

(AWP)