Schweizer Vermögensverwalter könnten laut EY ins Hintertreffen geraten

Weltweit sind laut einer Studie der Beratungsfirma EY über 70% der sehr vermögenden Kunden (High Net Worth Clients) bereit, Robo-Advice für die Verwaltung ihrer Vermögen zu nutzen. Schweizer Vermögensverwalter hingegen zeigen kaum Interesse an dieser Technologie.
08.12.2017 13:02

Neue Robo-Advice-Anbieter drängten auf den Markt und verdoppelten ihre verwalteten Vermögen alle paar Monate, schreibt die Beratungsfirma EY in einer Mitteilung vom Freitag. Beim Robo-Advice wird die Vermögensverwaltung durch Software automatisiert oder unterstützt.

Die Schweizer Vermögensverwalter zögern jedoch, dabei mitzumachen. Den Einsatz von Robotic Process Automation (RPA) oder künstlicher Intelligenz zur Automatisierung der Prozesse nutzten oder planten lediglich 17%, schreibt EY.

Und auch sonst hinken die hiesigen Vermögensverwalter laut der Beratungsfirma punkto IT-Strategie den Konkurrenten aus Asien hinterher. Nur knapp ein Drittel der Vermögensverwalter habe bereits eine IT-Strategie im Einsatz, jeder sechste Vermögensverwalter habe noch gar keine Schritte in diese Richtung unternommen.

Auch IT-Mitarbeiter würden zu wenig wertgeschätzt: Während die Zahl der IT-Fachkräfte im Verhältnis zum Gesamtpersonalbestand in Unternehmen seit 2013 um nahezu 7% zugenommen habe, seien ihre Gehälter etwa im selben Mass gesunken.

Die Schweizer Akteure riskierten, bei der Innovation und Digitalkompetenz ins Hintertreffen zu geraten, während aufstrebende Märkte wie Asien-Pazifik Innovationen und Digitaltechnik mit Hochdruck vorantrieben, kommentiert EY. Schweizer Vermögensverwalter seien nach wie vor mit der Umsetzung von sich ändernden Regulierungsanforderungen beschäftigt und kümmerten sich zu wenig um zukünftige digitale Geschäftsmodelle.

(AWP)