Seco senkt BIP-Prognose für 2017 auf +0,9% - erhöht Prognose für 2018 leicht

Die Ökonomen des Bundes haben ihre Prognose für das Schweizer Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr gesenkt. Aufgrund der schwachen Entwicklung im ersten Halbjahr erwarten sie neu ein reales Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 0,9%, nachdem sie bisher mit einem Plus von 1,4% gerechnet hatten. Bereits im März und im Juni war die Prognose um jeweils 0,2 Prozentpunkte gesenkt worden.
21.09.2017 08:15

Die Prognose für das BIP-Wachstum im Jahr 2018 wird dagegen leicht angehoben: Das Wachstum soll sich gegenüber 2017 klar beschleunigen auf 2,0% (bisher: +1,9%). In den kommenden Quartalen werde die dynamische Weltkonjunktur den Exportsektor stützen, und die Binnenkonjunktur gewinne voraussichtlich ebenfalls an Fahrt, begründet das Seco in einer Mitteilung vom Donnerstag die guten Aussichten.

Im laufenden Jahr finde die Schweizer Wirtschaft jedoch nur langsam zurück auf einen dynamischen Wachstumskurs, glaubt das Seco. In der ersten Jahreshälfte 2017 ist das BIP-Wachstum hinter den Erwartungen zurückgeblieben, nachdem das Schlussquartal 2016 bereits leicht negativ ausgefallen war. Zwar setze das verarbeitende Gewerbe sowie das Gastgewerbe die Erholung vom Tief der letzten Jahre fort. Dem stehe aber eine schwache Entwicklung in den meisten anderen Dienstleistungsbranchen gegenüber.

Zum Jahreswechsel 2016/17 hatten laut Seco aber auch Sondereffekte in der Branche "Unterhaltung und übrige Dienstleistungen" die Abschwächung in der BIP-Entwicklung akzentuiert. Sieht man davon ab, zeigten die BIP-Zahlen nach wie vor, dass sich die moderate Konjunkturerholung fortsetze.

Im Zuge der Wachstumsbeschleunigung wird die Beschäftigung gemäss den Seco-Ökonomen spürbar steigen und die Arbeitslosigkeit weiter zurückgehen. Für 2017 wird mit einem Beschäftigungszuwachs von 0,3% (bisher +0,4%) und für 2018 mit einer Beschleunigung auf 0,8% (+0,6%) gerechnet. Gleichzeitig sollte die Arbeitslosigkeit weiter zurückgehen, so dass 2017 eine Arbeitslosenquote in Höhe von 3,2% (3,2%) und 2018 von 3,0% (3,1%) zu erwarten ist.

In Sachen Teuerung geht das Seco derweil im Jahr 2017 von einer Normalisierung aus, getragen durch die Erdölpreise. Sie dürfte den Schätzungen zufolge voraussichtlich auf jahresdurchschnittlich 0,5% kommen. Für 2018 sei angesichts der jüngsten Senkung des Referenzzinssatzes mit Mietzinssenkungen zu rechnen, so dass die Teuerung auf 0,2% zurückgehen dürfte.

mk/cf

(AWP)