Seco senkt BIP-Prognose für 2017 auf +1,4% - BIP 2018 unverändert bei +1,9%

Die Ökonomen des Bundes haben ihre Prognose für das Schweizer Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr erneut etwas zurückgenommen. Sie gehen neu von einem realen Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) von 1,4% aus, nachdem sie bisher ein Plus von 1,6% erwartet hatten. Bereits im März war die Prognose um 0,2 Prozentpunkte gesenkt worden. Die Prognose für 2018 wird derweil bestätigt: Das Wachstum soll sich gegenüber 2017 klar beschleunigen auf 1,9%.
20.06.2017 08:14

Das Wachstum in der Schweiz habe sich in den vergangenen zwei Quartalen zwar beschleunigt, sei aber hinter den Erwartungen zurückgeblieben, begründet das Staatsekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag die Prognose. Freundliche weltwirtschaftliche Aussichten sowie positive Frühindikatoren sollten hierzulande nun aber eine merkliche Beschleunigung der wirtschaftlichen Dynamik in den kommenden Quartalen bringen. Der Welthandel entwickle sich weiterhin positiv und die Stimmungsindikatoren deuteten in vielen Ländern auf eine Fortsetzung des Konjunkturaufschwungs hin, so das Seco.

Sowohl die Inlandnachfrage als auch der Aussenhandel sollten somit zum hiesigen Wachstum beitragen, meint das Seco. Im Zuge der konjunkturellen Aufhellung dürfte sich auch die Erholung am Arbeitsmarkt fortsetzen. Die Seco-Ökonomen erwarten unverändert eine Arbeitslosenquote von 3,2% im Jahr 2017 und von 3,1% im Jahr 2018. Die durchschnittliche Inflation wird für dieses Jahr unverändert bei +0,5% und für 2018 bei +0,2% (+0,3%) gesehen.

NEGATIVE UND POSITIVE RISIKEN

Das Seco fügt wie üblich auch einige Warnungen an. Die politischen Risiken in Bezug auf die US-amerikanischen Handels- und Fiskalpolitik sowie den Brexit-Entscheid seien weiterhin beträchtlich, heisst es etwa. Eine zusätzliche Unsicherheit gehe derzeit ausserdem von Italien aus, da das Land innerhalb des Prognosezeitraums Parlamentswahlen abhalten werde und eine politische Instabilität drohe.

Weitere Risiken für die weltwirtschaftliche Entwicklung könnten laut Seco von der geldpolitischen Entwicklung in den USA resultieren. Eine unerwartet schnelle geldpolitische Normalisierung könnte übermässige bremsende Effekte auf die US-amerikanische Wirtschaft entfalten und damit auch die globale Konjunktur beeinträchtigen. Allerdings sei es auch möglich, so das Seco, dass sich der Gang der Weltwirtschaft und insbesondere des Euroraums angesichts des überraschend positiven Jahresauftaktes und der starken Frühindikatoren stärker beschleunige als in der Prognose unterstellt.

Im Inland gehe ausserdem ein gewisses Risiko von der Entwicklung des Immobiliensektors aus. In Anbetracht der steigenden Leerwohnungsziffern könnte eine stärkere Abschwächung der Baukonjunktur bevorstehen als prognostiziert, warnt das Seco.

uh/cp

(AWP)