SNB belässt Einlagensatz bei -0,75% - Franken bleibt "deutlich überbewertet"

Zürich (awp) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) bekräftigt ihre seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses geltende Geldpolitik ein weiteres Mal und bleibt dabei "unverändert expansiv": Sie belässt das Zielband für den Dreimonats-Libor bei -1,25% bis -0,25% und den Zins auf Sichteinlagen bei der Nationalbank bei -0,75%.
15.09.2016 09:45

Der Franken sei nach wie vor deutlich überbewertet, so die SNB in ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom Donnerstag. Der Negativzins mache Anlagen in Franken weniger attraktiv. Gleichzeitig bleibe die Nationalbank am Devisenmarkt aktiv, um bei Bedarf Einfluss auf die Wechselkursentwicklung zu nehmen.

Die allmähliche Erholung der Weltwirtschaft habe sich im zweiten Quartal fortgesetzt, hält die SNB weiter fest. Sie gehe weiterhin davon aus, dass sich das moderate Wachstum der Weltwirtschaft in den kommenden Quartalen fortsetzen werde.

Für die Schweiz erhöht die SNB ihre BIP-Prognose für das laufende Jahr auf "rund 1,5%" (bisher: "rund 1 bis 1,5%"). So deuteten die revidierten Quartalsschätzungen für das Bruttoinlandprodukt auf eine etwas stärkere Wiederbelebung der Schweizer Wirtschaft seit Mitte letzten Jahres hin, heisst es zur Begründung. Allerdings bleibe die Auslastung der Produktionskapazitäten insgesamt unbefriedigend. Und in der zweiten Jahreshälfte dürfte das Wachstum laut der SNB bescheidener ausfallen als im ersten Halbjahr.

Die Risiken für die Weltwirtschaft bleiben jedoch laut SNB bestehen. Die Entscheidung Grossbritanniens für einen Austritt aus der Europäischen Union habe beachtliche Unsicherheit ausgelöst und macht die Einschätzung der globalen Konjunkturaussichten schwieriger. Im Inland bleiben gemäss Einschätzung der Nationalbank zudem die Ungleichgewichte auf dem Hypothekar- und Immobilienmarkt nach wie vor bestehen.

Die Inflationsprognosen für die Schweiz wurden gegenüber Juni nur leicht verändert. Für 2016 wird die Inflation unverändert bei -0,4% gesehen, für 2017 bei +0,2% (bisher: +0,3%) und für 2018 bei +0,6% (bisher: +0,9%). Die bedingte Inflationsprognose beruht wie immer auf der Annahme, dass der Dreimonats-Libor über den gesamten Prognosezeitraum unverändert bleibt.

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(AWP)