SNB belässt Einlagensatz bei -0,75% - Franken bleibt "deutlich überbewertet"

Zürich (awp) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) bekräftigt ihre seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses geltende Geldpolitik ein weiteres Mal und bleibt dabei "unverändert expansiv": Sie belässt das Zielband für den Dreimonats-Libor bei -1,25% bis -0,25% und den Zins auf Sichteinlagen bei der Nationalbank bei -0,75%.
15.12.2016 09:47

Gleichzeitig sei die Nationalbank bei Bedarf weiterhin am Devisenmarkt aktiv, wobei die gesamte Währungssituation berücksichtigt werde, wie die SNB explizit betont. Die expansive Geldpolitik verfolge dabei das Ziel, die Preisentwicklung zu stabilisieren und die Wirtschaftsaktivität zu unterstützen.

Der Negativzins und die Bereitschaft der SNB, am Devisenmarkt einzugreifen, dienten derweil dazu, Anlagen in Schweizer Franken weniger attraktiv zu machen und so den Druck auf den Franken zu verringern, heisst es. Insgesamt bleibe der Franken weiterhin deutlich überbewertet, so die SNB in ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom Donnerstag.

Bezüglich Wachstum bleibt die SNB bei ihrer Prognose und erwartet für 2016 weiterhin ein Wachstum des realen Bruttoinlandprodukte (BIP) von "rund 1,5%". Erstmals prognostiziert die SNB auch das Wachstum für 2017 und erwartet dabei ebenfalls "rund 1,5%". Aufgrund der internationalen Risiken sei die Prognose für die Schweiz weiterhin von bedeutenden Unsicherheiten gekennzeichnet, heisst es.

Die Inflationsprognosen für die Schweiz wurden gegenüber September nur leicht verändert. Für 2016 wird die Inflation unverändert bei -0,4% gesehen, für 2017 bei +0,1% (bisher: +0,2%) und für 2018 bei +0,5% (bisher: +0,6%). Die bedingte Inflationsprognose beruht wie immer auf der Annahme, dass der Dreimonats-Libor über den gesamten Prognosezeitraum unverändert bleibt.

Wie üblich äussert sich die SNB auch zu Hypothekenmarkt. Die Ungleichgewichte seien immer noch ähnlich hoch wie im Jahr 2014, als der sektorielle antizyklische Kapitalpuffer auf 2% festgelegt worden sei, heisst es dazu. Die Nationalbank beobachtet die Entwicklungen auf diesen Märkten weiterhin aufmerksam und prüfe regelmässig, ob der Kapitalpuffer angepasst werden müsse.

uh/hr

(AWP)