SNB bereit zu weiteren Interventionen

(Ergänzt um letzte drei Abschnitte)
01.08.2016 12:21

Nusa Dua (awp/sda/reu) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sieht nach den Worten ihres Präsidenten Spielraum für weitere Eingriffe in den Devisenmarkt. Die aktuelle Lage sei schwierig, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan am Montag auf einer Konferenz auf der indonesischen Insel Bali.

Er verwies dabei unter anderem auf einen überbewerteten Franken und eine negative Inflationsrate. "Die gegenwärtige Herangehensweise ist die richtige - Expansion in der Geldpolitik und eine Bereitschaft zu intervenieren", sagte Jordan. Die SNB will verhindern, dass sich der Franken zum Euro weiter aufwertet. Denn dies ist Gift für die stark exportorientierte Wirtschaft des Landes.

Die Notenbank stemmt sich schon seit längerem mit milliardenschweren Devisengeschäften gegen eine zu starke Franken-Aufwertung. Zuletzt griff sie ein, als die Währung unmittelbar nach dem Brexit-Votum der Briten an Wert gewann.

Um dem Aufwertungsdruck auf den Franken zu begegnen, habe sie stabilisierend am Devisenmarkt eingegriffen und werde aktiv bleiben, teilte die SNB am 24. Juni mit.

Mit dem Anstieg der Sichtguthaben um über 6 Milliarden Franken in der Woche nach dem Brexit hat die Nationalbank aber nur in vergleichbarem Umfang wie bei früheren drohenden Frankenaufwertungen reagiert. So pumpte die SNB auch vor der Aufgabe des Euro-Mindestkurses im Dezember 2014 pro Woche zwischen 2 und 6 Mrd CHF in den Markt.

Zu deutlich stärkeren Interventionen sah sich die SNB nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses Mitte Januar 2015 und bei der ersten dramatischen Zuspitzung der Griechenlandkrise 2011 veranlasst. Im August 2011 flutete die SNB die Märkte mit rund 40 Milliarden Franken wöchentlich. In der Woche nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses schnellten die Giroguthaben in einer Woche um 26 Mrd CHF in die Höhe.

(AWP)