SNB bleibt unverändert expansiv - Franken weiter "deutlich überbewertet"

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) bekräftigt ihre seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses geltende Geldpolitik ein weiteres Mal und bleibt unverändert expansiv: Sie belässt den Zins auf Sichteinlagen bei der Nationalbank bei -0,75% und das Zielband für den Dreimonats-Libor bei -1,25% bis -0,25%.
15.06.2017 09:39

Gleichzeitig sei die Nationalbank bei Bedarf weiterhin am Devisenmarkt aktiv, wobei die gesamte Währungssituation berücksichtigt werde, so die SNB in ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom Donnerstag. Die expansive Geldpolitik verfolge dabei das Ziel, die Preisentwicklung zu stabilisieren und die Wirtschaftsaktivität zu unterstützen.

Der Negativzins und die Bereitschaft der SNB, am Devisenmarkt einzugreifen, dienten derweil dazu, Anlagen in Schweizer Franken weniger attraktiv zu machen und so den Druck auf den Franken zu verringern, heisst es. Insgesamt bleibe der Franken weiterhin deutlich überbewertet. Diese Formulierungen sind identisch mit denjenigen vom März bei der letzten geldpolitischen Lagebeurteilung.

Bezüglich Wachstum bleibt die SNB bei ihrer Prognose und erwartet für 2017 weiterhin ein Wachstum des realen Bruttoinlandprodukte (BIP) von "rund 1,5%". Im Einklang mit den Erwartungen der SNB habe sich die Weltkonjunktur weiter gefestigt, heisst es etwa.

Die SNB geht davon aus, dass sich die günstige Konjunkturentwicklung fortsetzt. Dieses vorsichtig optimistische Basisszenario unterliege aber weiterhin bedeutenden Abwärtsrisiken, die auf politische Unsicherheiten sowie strukturelle Probleme in verschiedenen Industrieländern zurückzuführen seien.

Die Inflationsprognosen für die Schweiz wurden gegenüber März nur leicht verändert. Für 2017 wird die Inflation weiterhin bei +0,3% gesehen, für 2018 bei +0,3% (bisher: +0,4%) und für 2019 bei +1,0% (bisher: +1,1%).

uh/ra

(AWP)