SNB bleibt unverändert expansiv und führt Leitzins ein

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) bekräftigt ihre seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses geltende Politik ein weiteres Mal und bleibt unverändert expansiv. Sie führt ausserdem einen Leitzins ein und ändert damit ihr geldpolitisches Konzept.
13.06.2019 09:54

Die SNB orientiert sich neuerdings nicht mehr am Libor-Zielband. Sie werde fortan die geldpolitischen Entscheide durch die Festlegung der Höhe des SNB-Leitzinses treffen und kommunizieren, teilte sie am Donnerstag im Rahmen ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung mit. Dieser betrage aktuell -0,75 Prozent. Das Libor-Zielband wurde vor knapp zwei Jahrzehnten eingeführt.

Der Grund für die Einführung des Leitzinses sei, dass die Zukunft des Libors nicht gesichert sei. Die britische Finanzmarktaufsicht wird das Bestehen des Libors bekanntlich nur bis Ende 2021 durchsetzen.

Franken hoch bewertet

Den Zins auf Sichteinlagen bei der Nationalbank belässt die SNB bei -0,75 Prozent. Gleichzeitig bleibt sie bei Bedarf weiterhin am Devisenmarkt aktiv, wobei die gesamte Währungssituation berücksichtigt werde. Dadurch stabilisiere man die Preisentwicklung und unterstütze die Wirtschaftsaktivität, so die SNB in ihrer Mitteilung.

Bestätigt wird ausserdem die Wortwahl. Der Franken sei handelsgewichtet etwas stärker als im März und damit nach wie vor "hoch bewertet", so die Notenbanker. Die Lage am Devisenmarkt bleibe fragil.

Der Negativzins sowie die Bereitschaft der SNB, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, seien damit "unverändert notwendig". Sie würden die Attraktivität von Anlagen in Franken tief halten und den Aufwertungsdruck auf die Währung reduzieren.

Unveränderte Wachstumsprognose

Abgesehen davon belässt die SNB ihre Wachstumsprognose unverändert. Sei geht damit für 2019 weiter von einem Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) von "rund 1,5 Prozent" aus".

Die kurzfristigen (bedingten) Inflationsprognosen für die Schweiz wurden gegenüber März leicht nach oben angepasst. Für 2019 geht die SNB neu von einer Inflation von +0,6 Prozent aus (alt: +0,3%). Für 2020 werden nun +0,7 Prozent (alt: +0,6%) und für 2021 +1,1 Prozent (alt: +1,2%) prognostiziert.

rw/ra

(AWP)