SNB-Devisenreserven im Februar angestiegen - Hinweis auf hohe Interventionen

(Mit Kommentaren von Ökonomen ergänzt) - Die Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) haben im Februar klar zugenommen. Per Ende des Berichtsmonats lag der Wert bei 668,2 Mrd CHF, nachdem es Ende Januar noch 643,9 Mrd CHF gewesen waren. Die Daten liefern einen weiteren Hinweis auf Interventionen der SNB am Devisenmarkt, die laut Beobachtern so stark ausgefallen sind, wie seit dem vergangenen Sommer nicht mehr.
07.03.2017 10:26

Der Gesamtbestand der SNB-Reserven (exkl. Gold) erreichte Ende Februar 673,9 Mrd nach 649,6 Mrd CHF im Vormonat, wie die SNB am Dienstag auf ihrer Internetseite mitteilte. Die Daten sind gemäss dem sogenannten Standard zur Verbreitung von Wirtschafts- und Finanzdaten (Special Data Dissemination Standard, SDDS) des Internationalen Währungsfonds (IWF) erstellt.

Die Devisenreserven waren zuvor im Dezember und Januar leicht gesunken, davor aber zumeist gestiegen. In welchem Ausmass die SNB im Februar am Devisenmarkt interveniert hat, ist aus den Zahlen allerdings nicht genau herauszulesen. Die Entwicklung der wichtigsten ausländischen Währungen zum Franken aber auch Repo-Transaktionen der SNB können den Wert beeinflussen.

INTERVENTIONEN WOHL MINDESTENS 15 MRD CHF

Beobachter zeigen sich über die neusten Zahlen wenig erstaunt - ein Anstieg der Reserven sei zu erwarten gewesen, sagte Safra Sarasin-Ökonomin Ursina Kubli auf Anfrage. Bereits die jüngsten Zahlen über die Sichtguthaben der Banken bei der SNB hätten auf starke Interventionen am Devisenmarkt hingedeutet, meinte auch CS-Experte Maxime Botteron.

Die Nationalbank dürfte gemäss den Ökonomen im letzten Monat so stark am Devisenmarkt eingegriffen haben, wie seit dem Juni 2016 nicht mehr, als die bevorstehende "Brexit"-Abstimmung für Unruhe sorgte. Botteron schätzt den Umfang der SNB-Interventionen im Februar auf "mindestens 15 Mrd CHF".

ANGST VOR SNB-POLITIKÄNDERUNG

Beim aktuellen Druck auf die Schweizer Währung spiele wohl die Besorgnis vor den bevorstehenden Wahlen in mehreren EU-Ländern eine Rolle. Aber auch die jüngsten Schweizer Wirtschaftsdaten, vor allem die verbesserten Inflationsdaten, dürften dazu beitragen haben, meint der CS-Ökonom. Ausserdem befürchteten wohl einige Investoren eine Politikänderung der SNB - die überraschende Aufhebung der Euro-Untergrenze von Anfang 2015 sei noch immer im Bewusstsein.

Safra Sarasin-Ökonomin Kubli weist zudem auf die Zinsunterschiede zwischen der Schweiz und dem Euroraum hin, die sich auf sehr tiefem Niveau befänden. Damit schwinde der Anreiz für inländische Anleger, Gelder im Ausland zu platzieren - entsprechend werde viel mehr Geld im Inland gehalten.

tp/dm

(AWP)