SNB: Einlagensatz bleibt bei -0,75% - Franken "deutlich überbewertet"

Zürich (awp) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) bekräftigt ihre seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses geltende Geldpolitik ein weiteres Mal und bleibt dabei "unverändert expansiv": Sie belässt das Zielband für den Dreimonats-Libor bei -1,25% bis -0,25% und den Zins auf Sichteinlagen bei der Nationalbank bei -0,75%.
16.06.2016 09:41

Der Franken sei nach wie vor deutlich überbewertet, so die SNB in ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom Donnerstag. Der Negativzins mache Anlagen in Franken weniger attraktiv. Gleichzeitig bleibe die Nationalbank am Devisenmarkt aktiv, um bei Bedarf Einfluss auf die Wechselkursentwicklung zu nehmen.

RISIKOFAKTOR BREXIT

Bezüglich Konjunkturentwicklung im laufenden Jahr rechnet die SNB unverändert mit einem BIP-Wachstum von "rund 1 bis 1,5%". Die Weltwirtschaft setze ihre moderate Erholung fort und dürfte dies auch in den kommenden Quartalen tun, so die SNB. Besonders fortgeschritten sei sie in den USA, in der Eurozone gewinne das Wirtschaftswachstum allmählich an Breite. In China bleibe das Wachstum dank der wirtschaftspolitischen Massnahmen zur Stimulierung der Nachfrage "robust", so die SNB-Einschätzung.

Die Risiken für die Weltwirtschaft bleiben jedoch erheblich, warnt sie. Zudem könne es im Zusammenhang mit der bevorstehenden Abstimmung in Grossbritannien über den weiteren Verbleib in der Europäischen Union vermehrt zu Unsicherheiten und Turbulenzen kommen.

Die Inflationsprognosen für die Schweiz wurden gegenüber März leicht angehoben. Für 2016 wird die Inflation im Durchschnitt bei -0,4% nach -0,8%, für 2017 bei +0,3% (alt: +0,1%) und für 2018 unverändert bei +0,9% gesehen. Grund dafür sei der zuletzt deutlich gestiegene Ölpreis. Die bedingte Inflationsprognose beruht wie immer auf der Annahme, dass der Dreimonats-Libor über den gesamten Prognosezeitraum unverändert bleibt.

ra/uh

(AWP)