Starke Schweizer Währung - SNB gibt erneut Milliarden für Frankenschwächung aus

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Franken erneut mit milliardenschweren Devisenkäufen gedrückt. Das geht aus den am Montag veröffentlichten Sichteinlagen von Bund und Banken bei der SNB hervor.
06.03.2017 10:52
Die SNB interveniert weiter am Devisenmarkt.
Die SNB interveniert weiter am Devisenmarkt.
Bild: Bloomberg

Die Sichteinlagen legten in der vergangenen Woche um 5,2 Milliarden Franken zu. Die Statistik gilt als Richtschnur für den Umfang der SNB-Interventionen. In den beiden Vorwochen waren die Sichteinlagen um 4,7 Mrd, resp. 4,5 Mrd CHF gestiegen. Seit Jahresbeginn sind die Sichteinlagen um 24,4 Mrd auf insgesamt 553,4 Mrd CHF angeschwollen.

Die SNB stemmt sich mit den Eingriffen gegen einen zu starken Höhenflug der Schweizer Währung, die bei Investoren als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten gilt. Am Montag kostete ein Euro 1,0714 CHF. Je stärker der Franken ist, desto mehr leidet die Exportindustrie der Schweiz.

Euro schwächelt

Experten begründeten den Anstieg der Interventionen unter anderem mit der Schwäche des Euro. Vor allem gelten die französischen Präsidentschaftswahlen vom 23. April als Unsicherheitsfaktor, welcher die Gemeinschaftswährung belastet. Zudem wird Griechenland noch im Sommer viel frisches Geld brauchen, Italien und Frankreich sind zudem derzeit wirtschaftliche und finanzielle Wackelkandidaten - die Furcht vor einer neuen Eurokrise geht um.

Während die Wahrscheinlichkeit für einen nächsten Zinsschritt der US-Notenbank am 15. März zuletzt stark gestiegen ist, werden von der Europäischen Zentralbank (EZB), die bereits am nächsten Donnerstag tagt, in dieser Woche keine konkreten Massnahmen erwartet. EZB-Chef Mario Draghi dürfte an seinem lockeren geldpolitischen Kurs festhalten, so die einhellige Meinung.

Am 16. März ist die SNB an der Reihe. Die Geldpolitik der SNB stützt sich auf zwei Säulen: Den Negativzins von aktuell -0,75% und die Bereitschaft, am Devisenmarkt zu intervenieren. SNB-Präsident Thomas Jordan hat unlängst in einem Zeitungsinterview erklärt, die Notenbank habe mit ihren beiden Instrumenten noch genug Spielraum, um auf weitere Schocks zu reagieren.

(AWP)