SNB-Vize Zurbrügg: Dynamik am Kredit- und Immobilienmarkt tiefer

In einer Rede an der Universität Bern streicht SNB-Vizedirektor Fritz Zurbrügg die Bedeutung sogenannter makroprudenzieller Instrumente heraus. Gemeint sind damit Instrumente, die das Finanzsystem insgesamt robuster gegen negative Schocks machen sollen.
01.11.2017 18:55

Sein Fazit fällt positiv aus: Diese Massnahmen hätten dazu beigetragen, dass die Dynamik am Kredit- und Immobilienmarkt in den letzten drei Jahren tiefer ausfiel als zuvor, wie er anmerkte. Für eine Entwarnung sei es aber zu früh. "Es muss sich noch zeigen, wie nachhaltig die Abkühlung der Preisdynamik am Immobilienmarkt insgesamt ist. So bestehen die Ungleichgewichte am Immobilien- und Hypothekarmarkt fort."

Auch bleibe die Preisdynamik im Segment der Wohnrenditeliegenschaften hoch. Zudem gebe es aktuell Anzeichen einer erneuten Preiszunahme im selbstbewohnten Segment, betonte Zurbrügg. Gleichzeitig seien die Kreditzinsen weiterhin ausserordentlich günstig. "Entsprechend stark bleiben die Anreize für Haushalte, Banken und Anleger, am Hypothekarmarkt und am Immobilienmarkt übermässig hohe Risiken einzugehen."

Makroprudenzielle Instrumente seien ein wichtiger Bestandteil im Werkzeugkoffer von Zentralbanken und Regulatoren geworden. Sie ermöglichten es, Risiken im Finanzsystem zielgerichtet anzugehen. "Gleichzeitig wäre es aber auch vermessen anzunehmen, dass durch diese makroprudenziellen Instrumente jegliche Risiken für die Finanzstabilität eingedämmt werden könnten", gab Zurbrügg zu bedenken.

cp/cf

(AWP)