SNB-Zurbrügg: SNB-Politik dient Preisstabilität - Franken weiter überbewertet

Zürich (awp) - Die Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) dienen laut SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg dem Gesamtinteresse der Schweizer Wirtschaft. Das Ziel der SNB sei die Erhaltung der Preisstabilität, betonte er am Mittwoch an einem Anlass in Zürich. Im Verbund mit den Interventionen am Devisenmarkt solle das Zinsen-Instrument die Attraktivität des Schweizer Frankens verringern. "Wir sehen noch immer eine signifikante Überbewertung des Frankens", sagte Zurbrügg.
12.10.2016 10:56

Preisstabilität solle das Terrain für die Produktivität und die Innovationsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft bereiten, sagte Zurbrügg am "Bloomberg Swiss Day" in Zürich mit Verweis auf die hohen Werte der hiesigen Wirtschaft bezüglich Wettbewerbsfähigkeit. Er räumte negative Auswirkungen der Zinssituation auf die Finanzindustrie ein. Banken würden in ihrer Profitabilität beeinträchtigt: Sie müssen sich mit einer "dauernden Erosion ihrer Margen" durch die Zinsentwicklung auseinandersetzen.

Auch für die Hypothekarmärkte bringe die Geldpolitik Gefahren. An diesen Märkten blieben die Ungleichgewichte sehr hoch, meinte Zurbrügg. "Das überwachen wir sehr sorgfältig." Neben mündlichen Warnungen greife die Nationalbank auf makroprudentielle Instrumente zurück, erinnerte der SNB-Verantwortliche mit Verweis auf den antizyklischen Kapitalpuffer.

Die Aussichten der Schweizer Wirtschaft bezeichnete Zurbrügg als insgesamt positiv, was zu Beginn des Jahres wohl nicht alle erwartet hätten. Dennoch sei das Bild nicht zuletzt für einige Sektoren nicht so positiv. Für 2016 sieht die SNB weiterhin ein Schweizer Wirtschaftswachstum von 1,5%, die Inflationsraten dürften im laufenden Jahr noch negativ sein, aber 2017 in den positiven Bereich kommen.

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(AWP)