S&P stuft Südafrika nach Minister-Entlassungen auf 'Ramschniveau' ab

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat auf die Entlassung mehrerer Minister in Südafrika reagiert und die Kreditwürdigkeit des Landes auf "Ramschniveau" herabgestuft. Das Rating sei von "BBB-" auf "BB+" gesenkt worden, teilte S&P am Montag mit. Man habe damit auf jüngste Veränderungen innerhalb der Regierung reagiert. "Dies hat die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das Wirtschaftswachstum und die Fiskalpolitik leiden könnten."
03.04.2017 18:19

Die Agentur nannte in diesem Zusammenhang explizit die am Freitag bekannt gewordene Entlassung des bisherigen Finanzministers Pravid Gordhan, der international hohe Anerkennung geniesst. Mit der Abstufung sieht die Ratingagentur Südafrika auf "Ramschniveau". Das bedeutet, dass das Land aus Sicht von S&P nicht mehr als sichere Geldanlage in Betracht kommt. S&P ist die erste der führenden Ratingagenturen, die Südafrika auf "Ramschniveau" herabgestuft hat.

Südafrikas Präsident Jacob Zuma hatte sein Kabinett radikal umgebildet und wurde dafür auch aus den eigenen Reihen heftig kritisiert. Er besetzte zehn Kabinettsposten neu, darunter den von Gordhan. Als Gordhans Nachfolger wurde der Ex-Innenminister Malusi Gigaba bestimmt. Durch die Neubesetzungen sollten Effizienz und Effektivität verbessert werden, liess Zuma mitteilen. Die Opposition sowie sein eigener Stellvertreter übten scharfe Kritik an den Entlassungen.

Der Ausblick für Südafrika sei derzeit negativ, hiess es von S&P. Damit droht künftig eine weitere Abstufung. Dies spiegele wider, dass die politischen Risiken dieses Jahr hoch blieben./tos/jsl/he

(AWP)