Starke Stimmungsaufhellung in führenden Industriestaaten

(Zusammenfassung) - In führenden Industriestaaten der Welt stehen die Zeichen nach dem dramatischen Einbruch in der Corona-Krise wieder auf Wachstum. In China, in der Eurozone und in Grossbritannien haben sich Stimmungsindikatoren für den Bereich Industrie deutlich aufgehellt.
03.08.2020 11:50

Nachdem der Einkaufsmanagerindex (PMI) des chinesischen Statistikamtes für das verarbeitende Gewerbe bereits eine deutlich bessere Stimmung gezeigt hatte, bestätigte am Montag auch der Frühindikator des Wirtschaftsmagazins "Caixin" den Trend. Der Caixin-Index, der eher die Stimmung in kleinen und privaten Industrieunternehmen darstellt, stieg im Juli im Vergleich zum Vormonat von 51,2 auf 52,8 Punkte.

Damit stieg der an den Finanzmärkten stark beachtete Konjunkturindikator weiter über die sogenannte Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Werte oberhalb dieser Marke deuten auf eine Zunahme der wirtschaftlichen Aktivitäten hin.

Während der Stimmungsindikator in China die Schwelle bereits überschritten hatte, konnte nun auch die Eurozone nachziehen. Hier zeigte die Stimmung der Einkaufsmanager im Juli ebenfalls eine deutliche Verbesserung. Der vom Marktforschungsinstitut IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex für den Währungsraum signalisierte mit einem Anstieg um 4,4 Punkte und einem Indexwert von 51,8 Zählern erstmals in der Corona-Krise wieder Wachstum.

In Deutschland stieg der Indikator im Juli ebenfalls über die Expansionsschwelle, während er in Frankreich bereits im Juni deutlich über der Marke lag. Einen unerwartet starken Anstieg hat es im Juli jeweils in Spanien und Italien gegeben. Beide Euroländer wurden von der Corona-Krise besonders hart getroffen und haben das öffentliche Leben stärker heruntergefahren als es beispielsweise in Deutschland der Fall war.

"Die Eurozonen-Industrieunternehmen sind sehr gut ins dritte Quartal gestartet", fasste Chris Williamson, Chefvolkswirt von IHS Markit die Daten aus dem Währungsraum zusammen. Eine starke Stimmungsaufhellung zeigte sich auch in den Industrieunternehmen in Grossbritannien. Hier kletterte der Stimmungsindikator weiter über die Marke von 50 Punkten.

Allerdings warnten Ökonomen vor Euphorie. Sie verwiesen auf die Gefahr einer zweiten Infektionswelle in der Corona-Pandemie und auf die angespannten Lage auf den Arbeitsmärkten der Industriestaaten. Dies könnte die aktuelle konjunkturelle Erholung ausbremsen.

An der Frankfurter Börse ermutigten die Stimmungsdaten die Anleger. Der Deutsche Aktienindex DAX legte zum Wochenstart spürbar zulegen./jkr/jsl/mis

(AWP)