Steuervorlage 2017 intensiviert laut CS Wettbewerb unter Kantonen

Der bereits schon intensive Standortwettbewerb unter den Kantonen und Wirtschaftsregionen dürfte sich laut einer Studie der Credit Suisse durch die Steuervorlage 2017 nochmals verschärfen. Nach der Ablehnung der Unternehmenssteuerreform III (USR III) werde der Spielraum der Kantone auf Basis der bisherigen Vorlage weiter eingeschränkt und die Spirale hin zu tieferen Steuersätzen für Unternehmen sei vorprogrammiert.
12.09.2017 11:44

Im Vergleich zur USR III-Vorlage biete die neue Steuervorlage nach heutigem Erkenntnisstand den Kantonen weniger Möglichkeiten, die Bemessungsgrundlage zu reduzieren, heisst es im am Dienstag veröffentlichten Standortqualitätsindikator (SQI) der Credit Suisse.

Da die Abzüge für sogenannte Patentboxen sowie für Forschung und Entwicklung voraussichtlich geringer ausfallen dürften, rechnet die Credit Suisse mit einer maximal möglichen Entlastung auf Kantonsebene von 70% statt 80%. Zudem werde die zinsbereinigte Gewinnsteuer nach Meinung der Grossbank ganz wegfallen.

Gleichzeitig geht die CS davon aus, dass soll der Kantonsanteil an der direkten Bundessteuer auf 20,5% statt auf 21,2% erhöht wird. Dies habe zur Folge, dass die Kantone über weniger Einnahmen verfügen, um die Senkung der ordentlichen Gewinnsteuersätze zu finanzieren. Daher sei abzuwarten, ob die Kantone an im Zuge der USR III angekündigten und "zum Teil drastischen" Reduktionen der Steuersätze festhalten.

Derweil stünden Kantone mit vielen Unternehmen mit Sonderstatus sowie vergleichsweise hohen ordentlichen Steuersätzen unter Druck, was den Wettbewerb um Unternehmen verschärfen dürfte, so das Fazit.

Der jährlich erscheinende SQI bemisst die Attraktivität der Schweizer Regionen und Kantone für Unternehmen und basiert auf Indikatoren wie Steuerbelastung, Verfügbarkeit von Fachkräften und Erreichbarkeit

sta/ra

(AWP)