Stimmung bei Schweizer KMU trübt sich ein - Index im August unter Wachstumstrend

Die Stimmung unter den Kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) in der Schweiz hat sich im August deutlich verschlechtert. Der von Raiffeisen ermittelte KMU-Einkaufsmanagerindex ist unter die Marke von 50 Punkten gesunken, was auf eine abkühlende Industriekonjunktur schliessen lässt.
02.09.2019 11:03

Der sogenannte KMU PMI sank im Berichtsmonat um 3,5 auf 49,8 Zähler. Damit notierte er erstmals seit Sommer 2018 wieder unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Nachdem bisher vor allem Grossunternehmen die weltweit abkühlende Industriekonjunktur zu spüren bekommen hätten, seien nun mit Verzögerung auch die KMU davon betroffen, heisst es in einer Mitteilung vom Montag.

Dies zeigt sich am augenfälligsten beim Auftragsbestände. Der entsprechend Sub-Index ging im Monatsvergleich um 6,1 auf 49,3 Zähler zurück und weist damit den tiefsten Wert seit dem Start des KMU PMI auf.

Ausblick bleibt negativ

Von den restlichen Komponenten legte lediglich der Sub-Index zu den Einkaufslagern zu (+0,7 auf 54,5 Punkte). Dies soll gemäss Raiffeisen aber nicht dahingehend interpretieren werden, dass die KMU ihre Lager aufstocken würden, weil sie eine bessere Produktionsauslastung erwarten. Der Anstieg im August habe vielmehr damit zu tun, dass die befragten KMU insgesamt mit einer besseren Auftragsentwicklung gerechnet haben. Stagniert haben im Berichtsmonat die Produktion und der Personalbestand.

Der Ausblick für die kommenden Monate bleibt gemäss Raiffeisen weiter negativ. Der starke Franken und die Lage der Weltwirtschaft sorgen unverändert für Unsicherheiten, wie eine ganze Reihe der befragten Unternehmen melde. Rationalisierungsinvestitionen würden nun wieder im Vordergrund stehen.

Der KMU PMI basiert auf dem selben Konzept wie die weltweit bekannten und bewährten Einkaufsmanagerindizes (Purchasing Managers' Index). Monatlich liefern rund 200 Firmenkunden die Basis für den PMI.

sig/uh

(AWP)