Studie: Langsameres Wachstum der Vermögen - Schweiz bleibt Nummer Eins

(Ergänzt um weitere Angaben zur Schweiz)
21.09.2016 12:45

Frankfurt (awp) - Die Menschen rund um den Globus haben immer grössere Geldvermögen - das Wachstum hat sich im vergangenen Jahr einer Studie zufolge allerdings deutlich verlangsamt. Demnach stieg das Brutto-Geldvermögen der privaten Haushalte 2015 um 4,9% auf den Rekordwert von 155 Bio EUR. In den drei Jahren zuvor lag der Zuwachs im Schnitt allerdings jährlich noch bei 9%, wie dem am Mittwoch vorgestellten "Global Wealth Report" des deutschen Versicherers Allianz hervorgeht. Die Schweiz weist weiterhin das höchste Pro-Kopf-Vermögen auf, steht allerdings auch bei der Pro-Kopf-Verschuldung an der Spitze.

Die "fetten Jahre" schienen erst einmal vorbei zu sein, so Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise. In der Vergangenheit hatte vor allem die expansive Geldpolitik der Notenbanken als Treiber der Vermögenspreise für kräftige Zuwächse gesorgt. Inzwischen hätten die Kursschwankungen an den Aktienmärkten aber spürbar zugenommen. "Offensichtlich verliert die extrem expansive Geldpolitik auch als Treiber der Wertpapierpreise langsam an Wirkung", sagte Heise.

LANGSAMERES WACHSTUM IN DER SCHWEIZ

Unangefochtener Spitzenreiter unter den mehr als 50 untersuchten Ländern ist weiterhin die Schweiz mit einem Brutto-Geldvermögen von 260'800 EUR pro Kopf im vergangenen Jahr vor den USA mit 202'490 EUR pro Kopf. Auch nach Abzug der Schulden liegen die Schweizer mit netto 170'590 EUR pro Kopf vor den USA an der Spitze. Dabei dürfte auch der starke Franken eine Rolle spielen, bemerken die Allianz-Ökonomen. Die Wachstumsrate der Schweizer Vermögen lag mit einem Anstieg der Brutto-Vermögen von 1,7% und einem Wachstum der Netto-Vermögen von 1,3% allerdings klar unter dem Durchschnitt.

Hinter der Schweiz und den USA folgen in der Rangliste der Brutto-Geldvermögen pro Kopf Dänemark, Grossbritannien und Schweden. Einziges "Euro-Land" in den Top 10 sind die Niederlande, Deutschland rangiert mit einem Brutto-Vermögen von 67'980 Euro pro Kopf weltweit auf Platz 20. Grund ist der Studie zufolge nicht zuletzt die vorsichtige Anlagestrategie der eher börsenscheuen Deutschen.

HOHE SCHULDEN

"Einsam an der Spitze" stehen die Schweizer Haushalte bei der Pro-Kopf-Verschuldung mit einem Wert von 90'220 EUR oder gut 98'000 CHF pro Kopf - das seien "so viele Schulden wie zwei Amerikaner, vier Deutsche oder 30 Chinesen", rechnen die deutschen Volkswirte. Ein Zinsanstieg könnte die schweizerischen Haushalte denn auch in arge Bedrängnis bringen, warnen die Spezialisten des Versicherungskonzerns.

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(AWP)