Swatch- und Richemont-Aktien mit moderaten Kursgewinnen - Wachsende Uhrenexporte

Die Aktien der Uhrenkonzerne Swatch Group und Richemont haben den Handel am Donnerstag mit etwas festeren Kursen aufgenommen und legen in etwa im Rahmen des Gesamtmarkts an Wert zu. Die Schweizer Uhrenexporte haben sich im August weiter erholt, nachdem bereits in den drei vorangegangenen Monaten ein Anstieg gemeldet werden konnte. Bei der ZKB wird das anhaltende Wachstum nach dem Rückfall im Vorjahr als gutes Zeichen für die Branche gewertet.
21.09.2017 09:57

Bis um 09.35 Uhr steigen Swatch um 0,6% auf 383,90 CHF und Richemont um 0,1% auf 86,25 CHF. Derweil gewinnt der Gesamtmarkt gemessen am Leitindex SMI 0,45%. Bei Richemont gilt es zu erwähnen, dass die Aktie im laufenden Jahr bereits kräftig um 28% zugelegt hat und zuletzt Gewinne mitgenommen wurden. Auch Swatch weisen seit Jahresbeginn mit +21% einen starken Kursanstieg aus, während der SMI bis dato um 11% zugelegt hat.

Am Morgen hat die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) die Daten zum Schweizer Aussenhandel veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die Uhrenexporte im August weiter zulegten: Gegenüber dem Vorjahresmonat sind sie nominal um 4,2% auf 1,42 Mrd CHF angewachsen. Das Wachstum sei somit um 3% besser ausgefallen als von der ZKB erwartet, schreibt deren Analyst Patrik Schwendimann. Und das August-Wachstum habe auch jenes aus dem Juli (+3,6%) leicht übertroffen.

Nach Regionen hätten die Uhrenexporte nach Festlandchina trotz einer hohen Vorjahresbasis mit 3,3% zulegen können, während Hongkong den Besserungstrend mit einem Plus von 2,7% bestätigte, so der ZKB-Analyst weiter. Derweil verzeichne Europa (+5,4%) dank Grossbritannien, Italien und Deutschland nach der schwachen Entwicklung im Vormonat wiederum besseres Wachstum.

Wie üblich dürfe jedoch ein einzelner Monat bei den Uhrenexporten nicht überbewertet werden, mahnt Schwendimann. Wichtig sei vielmehr, dass der Aufwärtstrend bestätigt werden konnte. Im zweiten Quartal verzeichneten die Uhrenexporte ein Wachstum von 3,0% nach einem Minus von 3,0% im ersten Jahresviertel und einem Rückgang von knapp 10% im Gesamtjahr 2016.

Kurspotenzial sieht die ZKB insbesondere für die Swatch Group, deren Aktien mit "Übergewichten" eingestuft werden. Patrik Schwendimann sieht bei der Marge ein grosses Erholungspotenzial. Positiv sei auch die jüngste Währungsentwicklung mit einer Abschwächung des Schweizer Frankens, denn Swatch zähle zu den währungssensitivsten Aktien am hiesigen Aktienmarkt.

Auch die Erwartungen von Vontobel-Analyst René Weber wurden mit den Uhrenexportdaten zum August übertroffen. Weber streicht die Erholung in Hongkong als positiv heraus, wobei dort das Wachstum auf einer tiefen und daher "einfachen" Vergleichbasis erreicht worden sei. Nach den Preisen aufgeschlüsselt habe sich erneut das Segment mit tiefen Exportpreisen am schwächsten entwickelt (-5,7%), während die High-End-Exporte (+6,8%) stark zulegten.

Weber rechnet im September für die Uhrenexporte mit weiterem Wachstum im tiefen einstelligen Prozentbereich. Dank der zuletzt guten Entwicklung sei die Erwartung für das Gesamtjahr 2017 von +1% nun wohl zu konservativ, so der Vontobel-Analyst. Er belässt das Rating für Richemont auf "Buy" und jenes für Swatch auf "Hold".

mk/cf

(AWP)