Swatch- und Richemont-Aktien nach Exportrückgang im Januar leicht unter Druck

Die Aktien der Uhrenkonzerne Swatch und Richemont zählen am Dienstag in einem insgesamt fester tendierenden Gesamtmarkt zu den wenigen Verlierern des Blue Chip-Segments. Nach einem schwachen Jahr 2016 sind die Schweizer Uhrenexporte auch zu Beginn des neuen Jahres im Monat Januar gesunken. Während Analysten von einem im Rahmen der Erwartungen ausgefallenen Rückgang sprechen, haben die Marktteilnehmer nach den zuletzt ermutigenden Signalen aus der Uhrenindustrie wohl auf eine etwas bessere Entwicklung gehofft.
21.02.2017 10:43

Bis um 10.35 Uhr büssen Swatch Inhaber allerdings nur noch 0,3% auf 342,70 CHF und Richemont noch 0,1% auf 75,85 CHF ein, nachdem beide Titel im frühen Geschäft deutlicher unter Druck gestanden sind. Der Gesamtmarkt gewinnt derweil gemessen am Leitindex SMI 0,43% dazu. Trotz der heutigen Kursabgaben blicken die Uhrentitel aber auf einen erfolgreich verlaufenen Start ins neue Jahr zurück: Seit Jahresbeginn liegen Swatch mit gut 8% und Richemont gar um über 12% im Plus.

Der Rückgang der Uhrenexporte von 6,2% im Januar liege in etwa in den Erwartungen und mehr oder weniger auf demselben Niveau wie im Dezember (-4,6%), schreibt René Weber von der Bank Vontobel. Dies stelle nach wie vor eine Verbesserung gegenüber dem Minus von 9,9% aus dem Gesamtjahr 2016 dar. Während sich der Rückgang in Hongkong stark abgeschwächt habe, verzeichneten USA und Festlandchina weiterhin positives Wachstum.

Nach wie vor schwach entwickle sich Europa, so Weber weiter. Allerdings rechnet er im Laufe des Jahres mit der Rückkehr chinesischer Touristen, und damit mit einer Verbesserung bei den Uhrenexporte insgesamt. Diese dürften erstmals im März wieder zulegen und im Gesamtjahr 2017 um 1% steigen, erwartet der Vontobel-Analyst.

Auch laut Patrik Schwendimann von der ZKB ist der Januar-Rückgang ziemlich genau wie erwartet ausgefallen. Dabei könnte die Januar-Statistik durch das frühere chinesische Neujahr, das bereits am 28. Januar begonnen hatte, leicht verzerrt sein. Gewisse Bestellungen seien wohl mit Blick aufs Neujahrsfest bereits im Dezember angefallen.

Die Swatch Group habe Anfang Februar anlässlich der Publikation der Jahreszahlen 2016 von einer Trendverbesserung seit November gesprochen, schreibt Schwendimann weiter. Die Januar-Exporte seien ein weiteres Indiz, das in die richtige Richtung zeigt. Allerdings warnt er davor, die Entwicklung eines einzelnen Monats zu stark zu bewerten.

Sowieso sei der Januar der unwichtigste Monat für die Uhrenhersteller, ergänzt ein Marktkommentator. Die Januar-Statistik sei trotz einer etwas weniger anspruchsvollen Vergleichsbasis aus dem Vorjahr leicht schwächer als der Dezember ausgefallen, dennoch sei auf tiefem Niveau eine grundsätzliche Stabilisierung zu erkennen. Auch er geht davon aus, dass sich der Markt im weiteren Jahresverlauf steigern und verbessern wird. Die Nachfrage nach mechanischen Uhren von traditionsreichen Marken werde nicht zum Erliegen kommen.

mk/cf

(AWP)