Tagesüberblick Wirtschaft

Dienstag, 24. Januar 2017
24.01.2017 17:57

AKTIE IM FREIEN FALL: Die Aktien von Aryzta sind am Dienstag regelrecht eingebrochen und haben rund einen Drittel ihres Wertes veröloren Der Grund ist eine überraschende Umsatz- und Gewinnwarnung des irisch-schweizerischen Backwarenkonzerns. Der Gewinn je Aktie bewegt sich nach fünf Monaten im Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende Juli) massiv unter dem Vorjahreswert und ein ähnliches Ergebnis ist auch für das Gesamtjahr zu erwarten. Nebst der erwarteten Schwäche in Europa wird dies vor allem mit Problemen in Nordamerika begründet. Während der Konzernchef Owen Killian dies lediglich als temporäres Problem bezeichnet, zeigten sich die Investoren masslos enttäuscht und verkauften die Aktie massiv. Das Papier verlor 31,5 Prozent. Der Gesamtmarkt (SPI) legte um um 0,1 Prozent zu.

VERLUST UND UMSATZEINBRUCH: Der Drehmaschinenhersteller Tornos wird im Geschäftsjahr 2016 wie erwartet einen Verlust im tiefen einstelligen Millionenbereich einfahren. Umsatz und Auftragseingang sind trotz eines besseren zweiten Halbjahres jeweils um fast 17 Prozent eingebrochen. Der konsolidierte Nettoumsatz sank auf 136,2 Millionen Franken. Der Auftragseingang belief sich noch auf 133,5 Millionen Franken. Für das gesamte Geschäftsjahr seien die Bestellungen von Maschinen zwar gestiegen. Probleme bereitet Tornos jedoch der Produktemix: Es wurden mehr Standard-Maschinen im mittleren Preissegment verkauft, aber weniger hochpreisige Maschinen. Laut Unternehmensangaben hat es sich zudem bewährt, dass Tornos Standardmaschinen in eigenen Standorten in China und Taiwan produziert.

AUF WACHSTUMSPFAD: Der Kabelhersteller Huber+Suhner ist im Geschäftsjahr 2016 auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Der Umsatz stieg um 4,4 Prozent auf 737 Millionen Franken. Im Geschäftsjahr 2015 musste aufgrund des Frankenschocks noch ein Umsatzrückgang um 6 Prozent hingenommen werden. Auch der Auftragseingang brach damals um 9 Prozent ein. Im Geschäftsjahr 2016 erhöhten sich die Bestellungen nun um 6,2 Prozent auf 747 Millionen Franken. Huber+Suhner bezeichnete das Wachstum von Umsatz und Auftragseingang als solide. Getragen worden sei das erfreuliche Wachstum vom Kommunikationsmarkt.

AUF VORJAHRESHÖHE: Die Zuger Kantonalbank (ZGKB) hat im Geschäftsjahr 2016 den Reingewinn bei einem etwas verbesserten Zinsgeschäft auf Vorjahreshöhe gehalten. Die Hypotheken stiegen nach dem starken Wachstum in den Vorjahren kaum mehr an und die Kundengelder sanken. Angesicht der grossen Herausforderungen durch die seit zwei Jahren anhaltenden Negativzinsen in der Schweiz könne das Jahresergebnis 2016 als stark bezeichnet werden, heisst es in einer Mitteilung. Zinsergebnis und Handelserfolg hätten sich positiv entwickelt und Sonderaufwände hätten zu einem steigenden Geschäftsaufwand geführt. Der Geschäftserfolg verbesserte sich um fast 7 Prozent auf 100,5 Millionen Franken. Weggefallen ist ein positiver Steuereffekt aus dem vergangenen Jahr. Unter dem Strich weist die Kantonalbank für 2016 einen Reingewinn von 61,5 Millionen Franken aus.

AEVIS MIT ÜBERNAHMEANGEBOT: Das Freiburger Klinik- und Hotelunternehmen Aevis Victoria will sein Telemedizin-Standbein verstärken. Aevis lanciert ein Übernahmeangebot für die Medizinaltechnik-Firma Lifewatch. Die Lifewatch-Aktionäre können zwischen einem Tauschangebot und einer Barausschüttung wählen. Aevis bietet sich Lifewatch als "starken, strategischen Ankeraktionär" an. Einen solchen benötigten die Zuger für die Fortsetzung einer konsequenten Wachstumsstrategie, um das Geschäftsmodell langfristig weiterzuentwickeln und die erforderlichen finanziellen Mittel einzubringen, teilte Aevis mit. Mit Lifewatch will Aevis zudem die eigene Telemedizin nachhaltig verstärken. Die Freiburger sind am Telemedizin-Anbieter Medgate beteiligt und betreiben die zweitgrösste Privatklinik-Gruppe der Schweiz, eine Luxushotelkette sowie Gesundheitsimmobilien. Lifewatch bietet Dienstleistungen zur Überwachung der Herztätigkeit an und ist vor allen in den USA tätig.

MEHR GEWINN: Nach einem Gewinneinbruch im Jahr 2015 hat die Genfer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP) im Geschäftsjahr 2016 einen Reingewinn von 176,4 Millionen Franken erwirtschaftet. Die verwalteten Vermögen stiegen um fast 8 Prozent auf 118,3 Milliarden Franken. Im vergangenen Jahr verzeichnete UBP nach eigenen Angaben zwar Geldabflüsse im Anschluss an die Integration der Kunden von Coutts International sowie aufgrund von Steuerregulierungsmassnahmen in Europa und Lateinamerika. Kompensiert wurden diese aber durch steigende Kundenvermögen vor allem in Asien und Nettozuflüsse institutioneller Kunden in Höhe von einer Milliarde Franken. Laut UBP-Chef Guy de Picciotto zeitigten bedeutende Investitionen im Asset Management in den vergangenen Jahren nun erste Resultate. Die Privatbank sei inzwischen in ihren Zielmärkten gut positioniert.

AUF WACHSTUMSKURS: Der Liechtensteiner Baugerätekonzern Hilti konnte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Verkäufe deutlich steigern. Insgesamt erhöhte sich bei Hilti der Umsatz 2016 gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Prozent auf 4,6 Milliarden Franken. Bereinigt um den Effekt durch den Verkauf des amerikanischen Solarunternehmens Unirac nahm der Umsatz sogar um 7,1 Prozent zu. Dieser erneute Umsatzsprung erreichte Hilti vor allem dank dem guten Abschneiden in den zwei grössten Märkten Nordamerika und Europa. Gut schnitt Hilti auch im asiatischen Markt ab. Weiterhin rückläufig dagegen sind die Verkäufe in Lateinamerika.

AUSZEICHNUNG FÜR PIONIER: Rund ein Vierteljahrhundert nach dem Start ist der Erfinder des öffentlichen Internets, Tim Berners-Lee, am fünften Worldwebforum für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung übergab Bundesrat Johann Schneider-Ammann vor rund 2000 eingeladenen Personen in Zürich. Der Physiker und Informatiker hatte Anfang der 1990er Jahre am Teilchenforschungsinstitut CERN bei Genf den Grundstein für das World Wide Web gelegt. 1991 stellte er die erste öffentlich zugängliche Webseite der Welt vor. Auf ihn geht die gemeinsame "Sprache" zurück, mit der am Internet angeschlossene Rechner kommunizieren und Daten austauschen können. Diese Sprache wurde Hypertext Transfer Protocol, kurz HTTP, genannt.

UNTERSTÜTZUNG GEFORDERT: Der Arbeitgeberverband der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie Swissmechanic fordert den Bund und die Nationalbank auf, der Branche unter die Arme zu greifen. So verlangt der Verband die Schaffung eines Innovations-Fonds, mit dem KMU innovative Projekte vorantreiben können. Das Geld für den Fonds soll vom Bund, von der Schweizerischen Nationalbank (SNB), von Anlegern und von Geschäftsbanken kommen. Der SNB kommt dabei eine Sonderrolle zu. Sie soll nämlich das Kreditrisiko und die Administrationskosten bei der Kreditvergabe tragen. Weiter fordert der Arbeitgeberverband einen Ausbau der Exportförderung zugunsten der KMU.

DEUTLICH MEHR RISIKOKAPITAL: Die Investitionen in wissens- und technologiebasierte Jungunternehmen in der Schweiz haben sich in den letzten fünf Jahren knapp verdreifacht. 2016 stellten Geldgeber Risikokapital in der Höhe von 909 Millionen Franken zur Verfügung. Das ist gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 35 Prozent. Prozentual am stärksten wuchsen die Investitionen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnolgie (ICT). Mit 271 Millionen Franken haben sich die investierten Gelder in dieser Branche innert Jahresfrist mehr als verdoppelt. Vom Betrag her am meisten Geld ging jedoch wie in früheren Jahren an Biotechnologieunternehmen, die insgesamt rund 400 Millionen Franken einsammeln konnten.

MEHR LOHN: Der deutsche Chemiekonzern BASF erhöht an fünf Schweizer Standorten die Lohnsumme für 2017 um 0,8 Prozent. Eingesetzt werden die zusätzlichen Mittel für individuelle Lohnerhöhungen und Bonuskomponenten. Mit der Personalvertretung sei vereinbart worden, die Basis-Salärsumme rückwirkend per 1. Januar anzuheben, teilte BASF mit. Die Verhandlungen betrafen die Standorte Basel, Kaisten AG, Monthey VS, Schweizerhalle BL und Zürich.

KÖPFEROLLEN BEI AIRLINE: Bei der arabischen Fluggesellschaft Etihad nehmen die beiden obersten Manager nach milliardenschweren Fehlinvestitionen bei Air Berlin und Alitalia den Hut. Es sei geplant, dass Konzernchef James Hogan sowie Finanzchef James Rigney später im Jahr ihren Posten räumten, teilte Etihad mit. Wer Hogan und Rigney ersetzen soll, ist noch nicht entschieden. Die Suche nach Nachfolgern habe bereits begonnen. Beide wechselten zu einer Beteiligungsgesellschaft, hiess es in Abu Dhabi. Etihad gehört dem Ölemirat Abu Dhabi am Persischen Golf. An der Spitze der Regierung steht eine Herrscherfamilie, die nun die Konsequenzen zieht aus der gefloppten Europa-Strategie von Hogan. Unter dem Australier stieg der Emirates-Rivale bei Air Berlin, Alitalia und Air Serbia ein. Die Beteiligungen entpuppten sich jedoch als Milliarden-Grab.

GEWINN VERDOPPELT: Ungeachtet des Debakels um brennende Akkus bei seinem Vorzeige-Smartphone Galaxy Note 7 hat Samsung im vierten Quartal 2016 den Gewinn mehr als verdoppelt. Der Gewinn stieg auf 7,1 Billionen Won (5,6 Milliarden Franken). Im Jahr zuvor hatte er bei 3,2 Billionen Won gelegen. Samsung hob die guten Geschäfte mit Speicherchips und Bildschirmen im Schlussquartal 2016 hervor. Auch in der Mobil-Sparte sei das Ergebnis dank solider Verkäufe der anderen Smartphone-Premiummodelle Galaxy S7 und S7 Edge gestiegen. Das Note 7 hatte Samsung im Oktober wegen Akku-Problemen vom Markt genommen. Im laufenden Quartal stellt sich Samsung auf einen Gewinnrückgang ein.

DIABETES-GESCHÄFT AUF PRÜFSTAND: Der amerikanische Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson&Johnson stellt sein Diabetes-Geschäft auf den Prüfstand. Das Unternehmen spiele strategische Optionen in dem Bereich durch, teilte J&J mit. Das betreffe vor allem die Tochter LifeScan mit Blutzucker-Messsystemen, Animas - ein Hersteller von Insulinpumpen - sowie Calibra Medical, die Medizinprodukte für Diabetiker herstellt. Zu den Optionen gehörten Partnerschaften bis hin zu einem Verkauf. Zu Gesprächen mit dem Basler Biotechunternehmen Actelion, an dem J&J Interesse hat, wollten sich die Amerikaner nicht äussern. Kurz vor Weihnachten hatten Actelion und J&J erklärt, in exklusiven strategischen Gesprächen über einen Deal zu sein. Gemäss Insidern ist Johnson&Johnson bereit, 28 Milliarden Dollar für Europas grösstes Biotech-Unternehmen zu bezahlen. Im vierten Quartal steigerte J&J seinen Umsatz dank neuer Produkte um 1,7 Prozent auf 18,11 Milliarden Dollar. Der Reingewinn des Herstellers von Dolormin-Schmerzmitteln und Penaten-Kinderhautpflegeprodukten wuchs sogar um 18 Prozent auf 3,81 Milliarden Dollar.

6 MILLIARDEN DOSEN: Der österreichische Getränkehersteller Red Bull hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr auf 6,029 Milliarden Euro steigern können. Im Jahr 2015 betrug der Umsatz noch 5,903 Milliarden Euro. Zum Gewinn gab es von dem nicht an der Börse notierten Konzern keine Angaben. Im Vorjahr seien laut Konzernangaben weltweit 6,062 Milliarden Dosen der Brause verkauft worden. Das bedeute ein Absatzplus von 1,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2015. Besonders Absatzzuwächse in Chile (+28 Prozent), Skandinavien und Polen (jeweils +13 Prozent), den Niederlanden (+ 12 Prozent) und Südafrika (+10 Prozent) seien für die Entwicklung verantwortlich. Red Bull will laut eigenen Aussagen künftig besonders in Westeuropa, den USA und im Fernen Osten zulegen. Das Unternehmen beschäftigte zum Jahresende über 11'800 Mitarbeiter in 171 Ländern.

EUPHORISCHE UNTERNEHMEN: Beflügelt von anziehenden Geschäften stocken die Unternehmen im Euro-Raum ihr Personal derzeit kräftig auf. Dies geht aus einer Markit-Umfrage unter rund 4000 Firmen für Januar hervor. "Der Stellenaufbau fiel dank der optimistischeren Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist so kräftig aus wie seit neun Jahren nicht mehr", sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. "Die Erwartungen der Unternehmen sind momentan so positiv wie zuletzt vor viereinhalb Jahren, was verdeutlicht, dass die Firmen die politischen Risiken weitgehend ausblenden." Sie konzentrierten sich vielmehr darauf, den Umsatz anzukurbeln.

MEHR UMSATZ: Der britische Billigflieger Eaysjet hat im ersten Quartal dank steigender Passagierzahlen mehr umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Die Erlöse kletterten um 7,2 Prozent auf 997 Millionen britische Pfund, wie das Unternehmen mitteilte. In den drei Monaten bis Ende Dezember beförderte Easyjet 17,4 Millionen Passagiere - ein Plus von 8,2 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr planen die Briten, ihre Kapazitäten um neun Prozent zu erhöhen. Aussagen zum Gewinnziel machte das Unternehmen nicht. Easyjet habe solide Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt, sagte Unternehmenschefin Carolyn McCall laut Pressemitteilung. Umsatz, Kosten und Passagierzahlen hätten trotz der Herausforderungen wie etwa bei den Ticketpreisen im Rahmen der Erwartungen gelegen. Allerdings belaste die Pfund-Schwäche stärker als zuvor angenommen.

ANHALTENDES FUSIONSFIEBER: Das Volumen von Fusionen und Übernahmen in der Pharmabranche ist im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf rund 201 Milliarden Dollar gestiegen. Als Hauptursachen für das anhaltende Fusionsfieber sehen Fachleute das günstige Finanzierungsumfeld sowie das magere Umsatzwachstum im Gesundheitssektor, weil kaum Preiserhöhungen möglich sind. Die Zukäufe der Big-Pharma-Konzerne erhöhten sich im vergangenen Jahr laut einer einer Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens EY um 152 Prozent auf 142 Milliarden Dollar. Diese Entwicklung ist vor allem vom Deal zwischen Bayer und Monsanto getrieben. Für 2017 geht EY von einem anhaltenden Trend zu mehr Akquisitionen aus. Dies sei dem weiterhin niedrigen Zinsumfeld sowie der grösseren Finanzierungsspielräume vor allem in den USA geschuldet, die sich aus der Repatriierung von Gewinnen von rund 100 Milliarden Dollar ins Land ergeben könnten.

KOHLE-TOCHTER GEHT NACH CHINA: Der australische Bergbau-Konzern Rio Tinto verkauft für umgerechnet knapp 2,5 Milliarden Franken eine Kohlebeteiligung nach China. Eine entsprechende Vereinbarung wurde mit der von der chinesischen Regierung kontrollierten Yancoal Australia getroffen. Allerdings müssten dem Verkauf der Kohle-Tochter Coal&Allied Industries noch die australischen Behörden zustimmen, teilte der Weltmarktzweite hinter BHP Billiton mit. Australien hatte in der Vergangenheit bereits Übernahmen durch chinesische Unternehmen verhindert.

RÜCKSCHLAG FÜR VERIZON: Der Yahoo-Kaufinteressent Verizon hat im Schlussquartal 2016 einen Dämpfer einstecken müssen. Umsatz und Gewinn sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie der US-Telekomkonzern am in New York mitteilte. Der Umsatz von Verizon bröckelte um annähernd 6 Prozent auf 32,3 Milliarden Dollar ab, der Gewinn knickte sogar um fast 17 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar ein. Ein Grund war die kostspielige Gewinnung neuer Kunden in der Weihnachtszeit. Zur angepeilten Übernahme des Webgeschäfts von Yahoo erklärte Verizon, man bewerte noch die Schwere des Hackerangriffs. Im Jahr 2014 waren Daten von mindestens einer halben Milliarde Nutzer gestohlen worden - der Angriff war allerdings erst ans Licht gekommen, nachdem Verizon seine Kaufabsicht kundgetan hatte.

GEDULD GEFRAGT: Geduldsprobe für DuPont: Der US-Chemieriese muss länger als gedacht auf die angestrebte Mega-Fusion mit dem US-Rivalen Dow Chemical warten. DuPont gehe nun davon aus, den Abschluss im ersten Halbjahr dieses Jahres unter Dach und Fach zu bringen, sagte Konzernchef Ed Breen. Bislang hatte er seine Hoffnungen auf das erste Quartal gesetzt. DuPont führe weiterhin "konstruktive" Gespräche mit den Regulierungsbehörden, sagte Breen. Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Abschluss des 130 Milliarden Dollar schweren Deals verzögert. Ursprünglich war er für das zweite Halbjahr 2016 erwartet worden. Im vierten Quartal stieg der operative Gewinn um knapp 90 Prozent auf 451 Millionen Dollar. Der Umsatz sank dagegen um zwei Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar, vor allem wegen Schwächen im Agrarchemiegeschäft.

NEUER PASSAGIERREKORD: Der Flughafen von Dubai verteidigt seine Position als Airport mit den meisten internationalen Reisenden der Welt. Im vergangenen Jahr flogen 83,6 Millionen Menschen von oder nach Dubai, wie die Betreibergesellschaft mitteilte. Das war ein neuer Rekord und eine Steigerung um 7,2 Prozent im Vergleich zu 2015. Für das laufende Jahr sagte Flughafenchef Paul Griffiths 89 Millionen Passagiere voraus. Der Flughafen hatte im Jahr 2014 London-Heathrow als internationalen Airport Nummer eins abgelöst. Dubai wird von mehr als 100 Fluggesellschaften bedient und ist das Drehkreuz von Emirates, der grössten Fluglinie des Nahen Ostens. Rund 260 Ziele in aller Welt lassen sich von hier aus direkt erreichen. Seit 2013 gibt es noch einen zweiten Flughafen in Dubai, Al-Maktoum International.

ALIBABA LEGT ZU: Der chinesische Internethändler Alibaba hat dank eines brummenden Kerngeschäfts und Erfolgen in der Cloud-Sparte seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Im Geschäftsjahr 2017 rechnet der Amazon-Rivale den Angaben nun mit einem Umsatzwachstum von 54 anstatt der zuvor angepeilten 48 Prozent. Im vergangenen Weihnachtsquartal wuchs Geschäft des Onlinehändlers kräftig. Der Umsatz sprang im Jahresvergleich um 54 Prozent auf 53,25 Milliarden Yuan (knapp 7,8 Milliarden Franken) hoch. In China fällt in das Vierteljahr der "Singles Day" am 11. November - ein zentraler Shopping-Tag. Die Zahl der monatlich aktiven Käufer auf mobilen Geräten stieg um ein Viertel auf 493 Millionen. Unterm Strich verdiente Alibaba 17,8 Milliarden Yuan (2,6 Milliarden Franken) nach 12,5 Milliarden Yuan ein Jahr zuvor.

DEUTLICHES PLUS: Die Umstellung auf Cloudsoftware zur Miete aus dem Internet hat dem deutschen Softwarehersteller SAP im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Plus verholfen. Der Umsatz stieg 2016 um sechs Prozent auf 22,1 Milliarden Euro. Nach Steuern verdiente SAP mit 3,6 Milliarden Euro 18 Prozent mehr als im Vorjahr, als noch ein teures Abfindungsprogramm zu Buche schlug. Für das laufende Jahr passt der Softwarekonzern seine Wachstumspläne leicht nach oben an. So liegt die Latte für den angepeilten Umsatz mit 23,2 bis 23,6 Milliarden Euro nun etwa 100 Millionen Euro höher. Beim operativen Gewinn bleibt SAP bei bis zu sieben Milliarden Euro, wenn auch das untere Ende der Gewinnspanne etwas höher angesetzt ist.

PROFITABLE MEDIZINTECHNIK: Der Elektrokonzern Philips hat im vergangenen Jahr von seiner stärkeren Ausrichtung auf Gesundheits- und Medizintechnik profitiert. Die Niederländer verdienten knapp 1,5 Milliarden Euro und damit 126 Prozent mehr als 2015. Seinerzeit war das Ergebnis allerdings durch eine Reihe von Sonderfaktoren wie den Börsengang des Lichtgeschäfts belastet worden. Der Umsatz legte trotz der Schwäche im Lichtgeschäft 2016 leicht auf 24,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 24,2 Mrd. Euro) zu.

WEITERE SCHLIESSUNGEN: Die Bank HSBC will im britischen Heimatmarkt dieses Jahr 117 Filialen schliessen und auch mit weiteren Personalkürzungen die Kosten senken. Für das grösste europäische Geldhaus und viele Rivalen sind die Filialen wegen der wachsenden Bedeutung des Online-Bankings weniger wichtig als in der Vergangenheit. Rund 180 Jobs würden im Zuge der Filialschliessungen wegfallen, teilte HSBC am Dienstag mit. Zudem würden weitere 200 IT-Jobs nach Indien, China und Polen verlagert. Marktforschern zufolge geht HSBC bei den Filialschliessungen aggressiver vor als viele Konkurrenten. Demnach wurde seit 2015 ein Viertel der Niederlassungen - 321 Filialen - dichtgemacht.

(AWP)