Türkei will Öl aus dem Irak nur über Zentralregierung exportieren

Nach dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak will die Türkei den Ölexport aus dem Nachbarland nur noch über die Behörden der Zentralregierung abwickeln. Iraks Regierungschef Haidar al-Abadi teilte am Donnerstag mit, sein türkischer Kollege Binali Yildirim habe ihm in einem Telefonat zugesagt, die "Ausfuhr von Öl auf die (irakischen) Bundesbehörden zu beschränken". Yildirim selbst erklärte in der türkischen Stadt Corum, der Transport von Öl sei in Absprachen mit Bagdad "inbegriffen".
28.09.2017 16:13

Iraks Zentralregierung und die Türkei lehnen das Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak ab. In der Abstimmung hatten sich am Montag fast 93 Prozent der Wähler für eine Abspaltung ausgesprochen. Bagdad und Ankara wollen das Ergebnis nicht anerkennen und fordern von den Kurden, es zu annullieren.

Einzelheiten nannten die beiden Regierungschefs nicht. Unklar ist, ob auch laufende Abkommen mit den Kurden im Nordirak betroffen sind. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte ihnen in dieser Woche gedroht, die Ölexporte zu stoppen.

Die Türkei und die kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak pflegen enge Wirtschaftsbeziehungen. So exportieren die Kurden täglich mehr als 500 000 Barrel (je 159 Liter) Öl über eine Pipeline ins Nachbarland. Öl ist die Haupteinnahmequelle der kurdischen Autonomieregierung in Erbil./jku/DP/tos

(AWP)