Türkische Notenbank strafft Geldpolitik erneut

Die türkische Notenbank hat ihre Geldpolitik am Mittwoch erneut gestrafft. Sie erhöhte den Lombardsatz, das ist ihr derzeit am höchsten liegender Leitzins, um weitere 0,5 Prozentpunkte auf 12,25 Prozent. Analysten wurden von diesem Schritt mehrheitlich überrascht. Etwas mehr als die Hälfte der von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Fachleute hatten unveränderte Zinsen erwartet. Der Kurs der türkische Lira stieg zum Dollar leicht.
26.04.2017 16:41

Ihre übrigen drei Leitzinsen beliess die Notenbank dagegen unverändert zwischen 7,25 und 9,25 Prozent. Die Erhöhung des Leitzinses für "Spätliquidität" wird derzeit von ungewöhnlich vielen Banken zu Refinanzierungszwecken in Anspruch genommen. Laut Experten werden sie von der Notenbank dazu gedrängt. In der Folge verteuert sich die Aufnahme von Zentralbankgeld für die Geschäftsbanken erheblich.

"Weitere geldpolitische Straffung wird, falls nötig, erfolgen", kündigte die Notenbank an. Als Grund für die erneute Zinsanhebung nannte sie höhere Lebensmittelpreise und die Wechselkursschwäche der Lira. Beides treibe die Inflation an. Aktuell liegt die Inflation in der Türkei über 11 Prozent und damit deutlich über dem längerfristigen Inflationsziel der Notenbank von 5 Prozent. Seit Ende 2016 hat die Notenbank ihre Geldpolitik bereits mehrfach gestrafft./bgf/jkr/he

(AWP)