Türkische Währungskrise: Innenminister will 'Wucherer' abstrafen

Angesichts der Währungskrise und hohen Inflation in der Türkei hat Innenminister Süleyman Soylu Strafen für "Wucherer" angekündigt. Das ging am Donnerstag aus einer Stellungnahme auf der Webseite des Ministeriums hervor. In einem Schreiben an die Gouverneure aller 81 Provinzen habe Soylu "Massnahmen gegen alle, die unter Ausnutzung der Kurs-bezogenen Entwicklungen Wucherpreise ansetzen" gefordert.
11.10.2018 18:29

Die türkische Landeswährung Lira hat seit Jahresbeginn gegenüber Euro und Dollar fast 40 Prozent an Wert verloren. Die Teuerungsrate stand im Oktober bei knapp 25 Prozent. Im Vormonat waren es noch rund 18 Prozent. Angesichts des Verfalls der Lira in den vergangenen Wochen wollen manche Ladenbesitzer, die ihre Waren aus dem Ausland importiert und mit Devisen bezahlt haben, ihre Waren derzeit nicht verkaufen. Andere passen ihre Preise an.

Im Innenministerium ist man der Meinung, dass in letzter Zeit "manche Kleinhändler, Firmen und Betriebe" Waren und Dienstleistungen "zu horrenden Preisen" angeboten und Waren in Lagern zurückgehalten hätten, um die Preise in die Höhe zu treiben. Das habe eine Situation geschaffen, die "das Wohl und den Wohlstand der Bürger gefährdet".

Soylu fordert ebenfalls, dass Listen mit Preisen und Tarifen ausgelegt sein müssten, so dass Konsumenten sie leicht nachvollziehen könnten. Gegen jene, die sich nicht daran hielten, werde rechtlich vorgegangen./lsy/DP/jsl

(AWP)