Überraschend starke Aufschwungsignale in der Eurozone

(Ausführliche Fassung)
24.10.2016 10:42

LONDON (dpa-AFX) - Die Unternehmensstimmung im Euroraum hat sich im Oktober deutlich stärker als erwartet aufgehellt und signalisiert damit ein höheres Tempo beim Aufschwung. Der Einkaufsmanagerindex, eine an den Finanzmärkten stark beachtete Umfrage in Unternehmen, stieg um 1,1 Punkte auf 53,7 Zähler, wie das Forschungsinstitut Markit am Montag in London mitteilte. Der Wert steigt damit weiter über die Wachstumsschwelle von 50 Punkten und signalisiert einen soliden Aufschwung. Dies dürfte den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) verringern, weitere geldpolitische Lockerungen vorzunehmen.

Analysten hatten zwar mit einem Anstieg des Indikators für Oktober gerechnet, aber nur auf 52,8 Punkte. Sowohl in der Industrie als auch im Bereich Dienstleistungen verbesserten sich die Stimmungsindikatoren. "Die Eurozone sendet zu Beginn des vierten Quartals 2016 ein neues Lebenszeichen", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Seiner Einschätzung nach dürften sich das Wirtschaftswachstum und der Beschäftigungsaufbau gegen Ende des Jahres weiter beschleunigen.

In Deutschland sind die Stimmungsindikatoren für die Industrie und den Bereich Dienstleistungen jeweils weiter in den Expansionsbereich hinein gestiegen. Beide Werte sind deutlich besser als erwartet ausgefallen. "Besonders bemerkenswert an den deutschen Umfrageergebnissen ist, dass der Servicesektor nach der annähernden Stagnation im Vormonat wieder ordentlich Fahrt aufgenommen hat", sagte Markit-Experte Oliver Kolodseike. Er sieht die deutsche Binnenwirtschaft "auf einem soliden Fundament".

Überraschend positiv zeigte sich erneut die Stimmung in französischen Industrieunternehmen. Hier ist der Stimmungsindikator deutlich über die Expansionsschwelle gestiegen, während Volkswirte nur einen leichten Zuwachs auf 50 Punkte erwartet hatten. Im Bereich Dienstleistungen gab es in Frankreich hingegen von hohem Niveau aus einen überraschend starken Dämpfer. Insgesamt hätten die Daten aber eine Reihe von positiven Hinweisen für die weitere Entwicklung der französischen Wirtschaft geliefert, kommentierte Markit-Experte Paul Smith.

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(AWP)