UBS erwartet für das zweite Halbjahr ein robustes Wirtschaftswachstum

Die Ökonomen der UBS erwarten für das zweite Halbjahr 2017 ein robustes Wachstum der Schweizer Konjunktur. Denn in den kommenden Quartalen werde ein schrittweiser Ausstieg der EZB aus dem Anleihenkaufprogramm den Schweizer Franken schwächen. Ein schwächerer Franken gepaart mit einer soliden Konjunktur in der Eurozone sollten das Schweizer Wachstum stützen.
13.07.2017 10:05

Der Start ins laufende Jahr mit einem BIP-Wachstum von 0,3% im ersten Quartal sei zwar verhalten gewesen, schreibt die UBS in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Outlook Schweiz. Doch für die zweite Jahreshälfte 2017 erwarten die Experten nun eine robuste Entwicklung. Dies insbesondere dank der Exportwirtschaft, die von einer soliden Nachfrage aus der Eurozone und einer sich fortsetzenden Abschwächung des Frankens profitieren sollte.

In der inländischen Wirtschaft gehen die Ökonomen dagegen von einer verhaltenen Dynamik aus, weil einerseits der Inflationsanstieg und anderseits ausbleibende Impulse für Bauinvestitionen den Effekt des durch die rückläufige Arbeitslosigkeit beflügelten Konsums dämpfen.

Insgesamt erwartet die UBS in diesem Jahr ein Wachstum der Schweizer Wirtschaft von 1,4%, womit sich ihre Erwartungen gegenüber früher gemachten Prognosen nicht geändert haben. Dieses solide Wachstum helfe mit, die Schweizer Arbeitslosigkeit in diesem Jahr leicht zu senken. Die Arbeitslosenquote dürfte auf 3,2% von 3,3% im letzten Jahr sinken. Für 2018 prognostiziert die UBS eine weitere Erholung der Schweizer Wirtschaft mit einer Wachstumsrate von 1,6%.

Bei der Inflation gehen die Experten für das Gesamtjahr 2017 von einer Wachstumsrate von 0,4% aus. Verantwortlich dafür machen sie die erwartete Abwertung des Frankens gegenüber dem Euro, was zu höheren Importpreisen führen sollte.

Für das kommende Jahr rechnen die Ökonomen der UBS mit einer weiteren Beschleunigung der Inflation auf 0,9%. Zum Preisdruck führen einerseits erneut die Importpreise, unterstützt durch einen schwächeren Franken, und andererseits die graduelle Genesung der Schweizer Wirtschaft.

In der zweiten Jahreshälfte steht für die UBS die Geldpolitik der EZB im Mittelpunkt, wobei erwartet wird, dass die EZB im September ankündigen wird, im nächsten Jahr das Anleihenkaufprogramm auslaufen zu lassen. Die SNB könne auf zweierlei Arten auf diese Veränderung der EZB-Geldpolitik reagieren, heisst es weiter. Entweder setze sie ihre expansive Geldpolitik fort, was wiederum zu einer Abwertung des Frankens gegenüber dem Euro führen dürfte. Oder aber sie reduziere parallel zur EZB ihren monetären Stimulus und hebt ihre Zinsen etwas an.

sig/cf

(AWP)