UBS-Immobilienblasenindex sinkt im Q3 leicht auf 1,38 Punkte

Die Risiken einer Blase auf dem Schweizer Wohnungsmarkt haben leicht abgenommen, bleiben aber nach wie vor gross. Der von der Grossbank UBS vierteljährlich berechnete Immobilienblasenindex ist im dritten Quartal auf 1,38 Punkte von einem für das Vorquartal revidierten Wert von 1,41 Stellen zurückgegangen.
03.11.2017 08:35

Die UBS führt den leichten Rückgang in einer Mitteilung vom Freitag auf eine Reihe von Faktoren zurück: Während die Eigenheimpreise leicht gesunken sind, fiel das Wachstum der Hypothekarverschuldung nochmal schwächer aus als in den Vorquartalen. Zudem habe die Nachfrage nach Buy-to-let-Investitionen etwas nachgelassen. Allerdings würden das schwache Wirtschaftswachstum und sinkende Mieten einen deutlicheren Abbau der Ungleichgewichte auf dem Eigenheimmarkt verhindern.

Auf Basis der genannten Faktoren stagniere einerseits das Verhältnis von Kaufpreisen zu Haushaltseinkommen, und andererseits vergrössere sich die Schere zwischen Kauf- und Mietpreisen weiter, heisst es in der Mitteilung weiter.

BUY-TO-LET-RISIKEN FÜR PREISENTWICKLUNG

Als volkswirtschaftliches Risiko streicht die UBS die Buy-to-let-Investitionen heraus. Eigentumswohnungen würden weiterhin in grossem Stil zu Investitionszwecken erworben. Der Anteil der Kreditanträge für zur Vermietung vorgesehene Wohnungen bewege sich nunmehr seit Ende 2012 zwischen 18 und 20%, was zu den bestehenden Ungleichgewichten auf dem Eigenheimmarkt beitrage.

Das Segment sei stärker den Risiken einer Wirtschaftskrise oder stark steigender Zinsen ausgesetzt als selbstgenutztes Wohneigentum, warnt die UBS. Dabei die bei Investitionen zur Vermietung tiefen Nettorenditen von 2 bis 3% kaum einen Sicherheitspuffer gegen steigende Zinsen, Leerstände oder sinkende Mieten. In einer Krise müssten Investoren mit geringer Diversifikation mit substantiellen Vermögenseinbussen zurechtkommen.

Zudem werde ein Buy-to-let-Objekt schneller verkauft als ein Eigenheim, wenn ein Haushalt in finanzielle Schieflage gerät. In der Summe könne dies das Angebot auf dem Markt in einer Korrekturphase erhöhen und damit den Preisdruck verstärken.

ANHALTENDE NACHFRAGE NACH WOHNEIGENTUM

Die Preise für Eigentumswohnungen sind laut UBS das erste Mal seit Beginn des Immobilienbooms im Jahr 2000 gesunken. Inflationsbereinigt verzeichneten die Wohnungen im dritten Quartal einen Preisrückgang von 1,4% im Vergleich zum selben Quartal des Vorjahres.

Bei der UBS erwartet man jedoch einen versöhnlichen Jahresabschluss und rechnet nicht mit weiteren Preisrückgängen im laufenden Quartal. Generell zeichne sich eine Beschleunigung des Wirtschafts- und damit auch des Einkommenswachstums im nächsten Jahr ab. Zudem dürften die Langfristzinsen bis Ende 2018 kaum spürbar ansteigen, sodass die Nachfrage nach Wohneigentum - sowohl zum Eigenbedarf als auch zu Investitionszwecken - ungebrochen stark bleiben dürfte.

mk/ra

(AWP)