UBS KMU-Barometer: KMU erholen sich weiter - Grossunternehmen unter Druck

Zürich (awp) - Die Aussichten für die kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) in der Schweiz haben sich im Oktober laut UBS KMU-Barometer insgesamt etwas verbessert und stieg im Industriesektor (exkl. Baugewerbe) im Vergleich zum September wieder leicht auf -0,16 von -0,35 Punkte. Ein stärkeren Anstieg wurde vor allem durch negative Erwartungen bei Bestellungseingängen und dem Produktionsniveau verhindert, heisst es in einer Mitteilung der UBS vom Donnerstag.
01.12.2016 08:46

Die gleichen Gründe führten zu einer marginalen Verschlechterung des Barometers für Grossunternehmen, dass im Vormonatsvergleich auf -0,24 von -0,23 Punkte zurückging. Beide Barometer liegen laut UBS mit diesen negativen Werten unter dem langjährigen Durchschnitt. Die pessimistischen Erwartungen zeigten, dass die Erholung in der Industrie weiterhin brüchig bleibe.

Primär die exportabhängigen Unternehmen hätten immer noch unter dem starken Schweizer Franken zu leiden. Zwar verbessert sich die Geschäftslage bei vielen Industrieunternehmen über die vergangenen Monaten, die Gewinnsituation bleibe aber schwierig, heisst es weiter.

DIENSTLEISTUNGSSEKTOR LEIDET UNTER MARGENDRUCK

Neben dem KMU Barometer analysierte die UBS auch die Lage von Dienstleistungsunternehmen. Diese bewerten die allgemeine Geschäftslage zwar weiterhin als "gut", kranken aber, wie in den Vorquartalen, unter rückläufigen Margen, schreibt die UBS.

Probleme damit hätten insbesondere der Detailhandel und der Tourismus. Im Tourismus hätten sich die Abwärtsdynamik sowohl bei Grossunternehmen als auch bei den KMU aber verlangsamt. "Bei den Detailhändlern ist der Abwärtstrend hingegen ungebrochen", so die Mitteilung. Dies zeigten auch die seit fast zwei Jahren rückläufigen Daten über die Detailhandelsumsätze des Bundesamtes für Statistik.

BAUGEWERBE KÄMPFT MIT PREISENTWICKLUNG

Das Baugewerbe kämpfe nach wie vor mit der Preisentwicklung und einer abflachenden wirtschaftlichen Dynamik. Hier zeige sich aber, das vor allem die Ertragslage bei den KMU weiter sinke und sich diese derweil bei den Grossunternehmen erstmals seit dem Anfangsquartal 2015 auf tiefem Niveau stabilisiere. Dies könne aber nicht darüber hinwegtäuschen, "dass die Geschäftslage seit dem zweiten Quartal 2010 nicht mehr so schlecht beurteilt wurde wie jetzt", heisst es dazu.

Die Unternehmen erwarten zudem, dass sich die unterschiedliche Entwicklung in den nächsten Monaten fortsetzen werde. Während Grossunternehmen aber von steigenden Preisen ausgehen, erwarten die KMU ein tieferes Preisniveau.

sta/cp

(AWP)