UBS KMU-Barometer: Marginale Verschlechterung im zweiten Quartal

Zürich (awp) - Die Aussichten für die kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) in der Schweiz haben sich im zweiten Quartal gemessen am UBS KMU-Barometer insgesamt etwas verschlechtert, auch wenn im Juli im Vergleich zum Vormonat eine leichte Verbesserung resultiert. Während die KMU mit -0,23 Punkten (Vormonat -0,32) leicht unter dem langjährigen Durchschnitt lagen, waren die Grossunternehmen mit 0,15 Punkten (Vormonat -0,14) knapp darüber.
01.09.2016 09:34

Negativ beeinflusst wurde zudem das zukünftige Produktionsniveau bei den KMU aufgrund der Bestellungseingänge und den pessimistischeren Erwartungen der Unternehmen, wie dem am Donnerstag veröffentlichten KMU-Barometer zu entnehmen ist. Die Geschäftslage und der Auftragsbestand aus dem Ausland wurden aber leicht besser beurteilt. Bei den Grossunternehmen wirkten der gestiegene Bestellungseingang und die bessere Beurteilung der Geschäftslage unterstützend. Eine markantere Verbesserung des Barometers wurde jedoch unter anderem durch das tiefere Produktionsniveau verhindert, heisst es weiter.

AUFTRAGSBESTAND IM BAUGEWERBE RÜCKLÄUFIG

Zu kämpfen hat vor allem der Bau. Über alle Unternehmensgrössen hinweg sank der Auftragsbestand im Baugewerbe gegenüber dem Vorquartal. Besonders deutlich zu spüren bekamen dies die KMU. Zwar beurteilen die Unternehmen die Geschäftslage weiterhin positiv, leiden aber unter der abnehmenden Dynamik.

Demgegenüber stabilisierte sich die Lage bei den Grossunternehmen auf einem etwas tieferen Niveau. Dies habe sich auch in der Gewinnsituation niedergeschlagen und auch die Auslastung der Grossunternehmen sank in den letzten Monaten etwas. Ebenfalls negativ beurteilt werde die Preisentwicklung.

DIENSTLEISTUNGSSEKTOR UNEINHEITLICH

Die Dienstleister beurteilten laut UBS ihre Geschäftslage immer noch als "gut". Grossunternehmen profitierten von einer Stabilisierung und auch KMU sehen für das dritte Quartal eine Aufhellung, was unter anderem auf die bessere Ertragslage zurückzuführen sei. Diese stabilisierte sich nämlich auf Vorquartalsniveau, während die Gewinne der Grossunternehmen im gleichen Zeitraum abnahmen.

Der Preisindikator zeigt zudem einen negativen Trend. Hier gehen die Unternehmen beider Grössenklassen noch nicht von einer Wende aus. Auch die UBS erwarten, dass die Teuerung in diesem Jahr mit -0,3% im negativen Bereich verharren wird.

Die Geschäftslage bei den Detailhändlern verschlechterte sich zudem in den letzten Monaten wieder. Vor allem die KMU seien unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen die Leidtragenden und kämpfen mit der starken Währung und einer nachlassenden Wirtschaftsdynamik. Daher beurteilten sie die wirtschaftliche Lage schlechter als nach der Aufgabe der Kursuntergrenze.

GEWINNERWARTUNGEN SINKEN NICHT NUR IM TOURISMUS

Prekär sei die Lage vor allem bei den erwarteten Gewinnen, die bei allen Unternehmensgruppen für das dritte Quartal deutlich abnehmen dürften. Daher bleiben die KMU auch für die gesamte zweite Jahreshälfte pessimistisch und erwarten sinkende Umsätze, während die Grossunternehmen von einem stabilen Geschäftsvolumen ausgehen.

Allgemein rechnen primär die Detaillisten unabhängig von der Unternehmensgrösse mit sinkenden Preisen. Dieser Trend verstärkte sich laut UBS im Juli bei Grossunternehmen noch einmal. Primär Tourismusunternehmen sehen nach wie vor "kein Licht am Ende des Tunnels". Unabhängig von der Unternehmensgrösse nahmen die Erwartungen für das dritte Quartal sowohl umsatzseitig als auch ertragsseitig ab. Auch die Geschäftslage verschlechtere sich wieder, nachdem die Unternehmen sie im ersten Quartal noch als "gut" beurteilt hatten.

sta/tp

(AWP)