UBS-Vorsorgemonitor zeigt hohe Erwartungen an Renteneinkommen

Zürich (awp) - In der Schweiz geht die Schere zwischen den Erwartungen an das Renteneinkommen und der Vorsorge weit auseinander. Wie der "Vorsorgemonitor 2016" der UBS vom Dienstag zeigt, erwarten etwa 67% der Schweizer, ein Renteneinkommen von mehr 70% des letzten Lohnes vor der Pensionierung zur Verfügung zu haben. Gleichzeitig sorgen aber nur 52% der Befragten mittels einer Säule 3a auf privater Basis vor.
13.09.2016 12:48

Wie Andreas Schaub, Geschäftsführer der gfs-zürich, bei der Vorstellung der Studie erklärt, zeigen die Ergebnisse, dass die finanziellen Erwartungen sehr hoch sind. Immerhin geht rund ein Drittel der Befragten sogar davon aus, ein Renteneinkommen von mehr als 90% des zuletzt erzielten Erwerbseinkommens zu erhalten.

HOHE ERWARTUNGEN FALLEN AUF

Die UBS hat den Monitor gemeinsam mit der gfs erstellt. Dabei wurden 1'200 Teilnehmer im Alter von 18 bis 84 Jahren in der deutsch-, west- und italienischsprachigen Schweiz befragt. Durchgeführt wurde die Befragung im Juli.

Was bei den Ergebnissen auf den ersten Blick auch auffalle, so Schaub weiter, sei ein deutliches regionales Gefälle. So habe die Bevölkerung in der Westschweiz und im Tessin höhere Erwartungen als die in der Deutschschweiz.

Da diese Erwartungen wohl kaum erfüllt werden können, gewinne die Säule 3a eine grössere Bedeutung in der Vorsorge. Allerdings nutzt nur gut die Hälfte der befragten Schweizerinnen und Schweizer diese Möglichkeit. Dabei nannten sie die Möglichkeit des Steuersparens als Hauptgrund dafür. Die Notwendigkeit, die 1. und 2. Säule zu ergänzen war der zweitwichtigste Grund, auf die Säule 3a zu setzen.

Im Gegenzug wurde zu wenig Geld bzw. Teilzeitarbeit von jenen befragten Teilnehmern als Hauptgrund genannt, die nicht in die Säule 3a einzahlen.

ALTERSSPEZIFISCHE ANLAGEEMPFEHLUNGEN

Angesichts dieser Ergebnisse hat sich die UBS-Ökonomin und Vorsorgeexpertin Veronica Weisser mit dem Thema altersspezifischer Anlageempfehlungen befasst. Was die Expertin dabei betont, ist, dass viele Menschen nach wie vor Vorsorge mit Sicherheit gleichsetzen. Und hier gelte nach wie vor die Devise, dass vor allem Zinspapiere eine sichere Rendite erzielten.

In der Schweiz habe das spätestens seit dem Brexit keine Gültigkeit mehr, als sogar Bonds mit Laufzeiten von 50 Jahren eine negative Rendite aufwiesen. In Europa und den USA ist die Situation nur geringfügig besser.

Insgesamt beziffern die Experten der UBS den Markt für die 3a-Vorsorge in der Schweiz auf etwa 100 Mrd CHF. Dabei ist er zu etwa gleichen Teilen zwischen Banken und Versicherern aufgeteilt, wobei der Bankenanteil zu etwa 80% aus Zinskonten besteht.

WER FRÜH ZURÜCKLEGT HAT DIE BESTEN CHANCEN

Für die Experten der UBS ist dies aber gerade für jüngeren Menschen der falsche Ansatz. Vielmehr gilt auch weiterhin die Devise: Wer früh mit dem Vorsorgesparen beginnt, kann ohne erhöhtes Verlustrisiko deutlich mehr Rendite erzielen. Aus diesem Grund empfehlen die Experten der UBS den 18 bis 34 Jährigen ein so genannten Portfolio 75, das zu 75% aus Aktien, zu 15% aus Anleihen und zu 10% aus Immobilien besteht. Dieser Ansatz gilt auch noch für die 35 bis 44 Jährigen.

Für jene, die erst mit 45 mit dem Vorsorgesparen beginnen, eigne sich ein Portfolio, das zu 46% aus Aktien, zu 44% aus Anleihen und zu 10% aus Immobilien besteht.

Wer allerdings erst mit 57 beginnt, für den Renteneinstig vorzusorgen, dem bleibt allerdings lediglich das Zinskonto, da es auf diesen vergleichsweise kurzen Zeithorizont die beste Wahl sei, ergänzt die Ökonomin Weisser.

hr/ra

(AWP)