Uhrenaktien nach enttäuschenden Exportdaten unter Druck

An der Schweizer Börse verlieren die Titel der Schmuck- und Uhrenkonzerne Swatch und Richemont am Donnerstag in einem ansonsten fester tendierenden Gesamtmarkt klar an Wert. Enttäuschende Daten zu den Uhrenexporten belasten die Papiere. Die Ausfuhren sind im September gegenüber dem Vorjahr um knapp 7 Prozent zurückgegangen, während Analysten von einem weiteren Wachstum ausgegangen sind.
18.10.2018 10:52

Bis um 10.40 Uhr fallen die Inhaberaktien der Swatch Group um 1,8 Prozent auf 335,30 Franken, und die Titel von Richemont gehen um 1,6 Prozent auf 71,16 Franken zurück. Demgegenüber gewinnt der Gesamtmarkt gemessen am Leitindex SMI 0,75 Prozent dazu, wobei die Pharmaschwergewichte Roche (+1,7%) und Novartis (+2,2%) den Index in die Höhe treiben.

Bei den Luxusgüteraktien setzt sich der Abwärtstrend dagegen fort. Mitte Mai mussten für eine Richemont-Aktie noch rund 100 Franken und für Swatch knapp 500 Franken bezahlt werden. Seither verbilligten sich Swatch um einen Drittel und Richemont fielen um rund 30 Prozent zurück.

Die neusten Daten zu den Uhrenexporten drücken die Papiere nun weiter nach unten. Sie seien im September klar schlechter als erwartet ausgefallen und hätten seine Schätzungen um 10 Prozent verfehlt, hält ZKB-Analyst Patrik Schwendimann in einem Kommentar fest. Zwar dürfe ein einzelner Monat nie überbewertet werden, doch seien die September-Zahlen trotzdem eine Enttäuschung.

Immerhin entwickelten sich die Ausfuhren von Schweizer Uhren in die drei für die Branche wichtigsten Märkte Hongkong (+3,5%), Festlandchina (+17%) und USA (-3,0%) besser als die Gesamtstatistik. Nun gehe es darum, die weitere Entwicklung genau zu verfolgen, vor allem da zuletzt an der Börse die Sorge vor einer Eintrübung des Marktumfelds zugenommen habe, warnt Schwendimann.

Verunsicherte Uhrenhändler

Mit Blick auf die September-Exporte geht der ZKB-Analyst davon aus, dass die Statistik von der Verunsicherung der Detailhändler und der vorsichtigen Lagerpolitik der Produzenten massgeblich belastet wurde. Dagegen dürften die Endverkäufe an die Konsumenten weiterhin wachsen, worauf zumindest die jüngsten Branchenzahlen hinweisen.

Auch bei BaaderHelvea spricht man von einer Enttäuschung für die Uhrenbranche im September. Dies sei der erste Rückgang der Exporte eines Monats seit April 2017. Positiv habe der chinesische Markt überrascht, der sich weiterhin gut entwickle. Schwächer als erwartet habe sich das Geschäft etwa in Hongkong auch aufgrund der starken Vorjahres entwickelt und in Grossbritannien wohl im Zusammenhang mit Brexit-Sorgen.

Laut den Analysten von Société Générale mehren sich derzeit die Anzeichen, dass das Wachstum am Luxusgütermarkt zurückgehen wird. Die Währungen in den Schwellenländern hätten sich abgeschwächt, der Internationale Währungsfonds (IWF) habe die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft gesenkt und die Konsumentenstimmung auf dem Globus verschlechtere sich, lauten einige Gründe, die wenig Gutes verheissen. Jedoch sprechen laut Studie die anhaltend starke US-Nachfrage sowie die nach wie vor gute Stimmung in China auf ein Soft Landing am Luxusgütermarkt hin.

mk/ys

(AWP)