Uhrenexporte steigen im März - Wachstum in den wichtigsten Märkten

Die Schweizer Uhrenexporte sind im März nominal zwar gestiegen, arbeitstagbereinigt bleibt das Wachstum aber negativ. Der Grund für diese unterschiedliche Entwicklung erklärt sich mit den Osterfeiertagen, die 2016 vollumfänglich in den März und im laufenden Jahr in den Monat April gefallen sind. Dennoch gilt es festzuhalten, dass sich die für die Branche wichtigen Märkte Hongkong, USA und China sehr gut entwickelt haben, während die Uhrenexporte in die grösseren europäischen Länder - mit Ausnahme Grossbritanniens - weiter unter Druck stehen.
27.04.2017 10:15

Das Exportvolumen legte im März gegenüber der Vorjahresperiode insgesamt nominal um 7,5% auf 1,59 Mrd CHF zu, real waren es +5,2%. Arbeitstagbereinigt resultierte allerdings ein nominaler Rückgang von 2,6% bzw. ein reales Minus von 4,7%, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag mitteilte. Im ersten Quartal 2017 waren die Exporte sowohl unbereinigt wie auch bereinigt rückläufig. Nominal sanken sie um 3,0% auf 4,52 Mrd CHF, real waren es -5,5%. Auf arbeitstagbereinigter Basis ergeben sich Raten von -6,8% bzw. -9,1%.

RÜCKKEHR AUF WACHSTUMSSPUR

Nominal betrachtet seien die Exporte erstmals nach 20 Monaten infolge mit negativen Vorzeichen wieder gewachsen, schreibt der Schweizerische Uhrenverband (FH) in seiner Mitteilung. Allerdings habe man von zwei zusätzlichen Arbeitstagen und einem dadurch vorteilhaften Basiseffekt profitiert. In Stückzahlen gemessen nahm die Anzahl exportierter Armbandbanduhren um 8,5% auf 2,0 Mio zu.

Dabei wurde mit Stahluhren ein Plus von 5,4% auf 1,05 Mio Stück verbucht, während die Exporte von Edelmetalluhren um 2,8% auf 33'500 zu- und jene von Gold-Stahluhren um 6,7% auf 83'000 abnahmen. Den stärksten Anstieg verzeichneten Uhren, die hauptsächlich aus anderen Materialen als Metall gefertigt wurden (+19% auf 666'200 Stück). Dabei gewinnen Produkte etwa mit Keramik- oder Saphir-Gehäusen steigender Beliebtheit, wie sich auch an der Messe Baselworld von Ende März gezeigt hat.

Betrachtet man die verschiedenen Absatzmärkte, dann fällt auf, dass die drei wichtigsten zulegen konnten. Die Exporte nach Hongkong legten um 18% auf 209 Mio CHF, jene in die USA um 16% auf 170 Mio und die Ausfuhren nach China gar um 38% auf 129 Mio zu. Während sich die Markterholung in China bereits in den vergangenen Monaten abgezeichnet hatte, waren die USA und vor allem Hongkong zuletzt rückläufig.

ERHOLUNG IN HONGKONG, CHINA UND USA

Hongkong habe den 25-Monate andauernden starke Abwärtstrend im März stoppen können und in China habe sich die Erholung, die sich seit dem vergangenen Sommer abzeichnent, weiter verstärkt, schreibt der Verband dazu. In den USA sei der mittelfristige Trend trotz der guten Entwicklung im März nach wie vor negativ.

In Europa bleibt Grossbritannien (+15% auf 98,1 Mio CHF) auf Wachstumskurs. Die Uhrenexporte ins britische Königsreich liegen seit dem Brexit-Votum im Sommer 2016 und der daraus resultierenden Schwäche des britischen Pfunds im Aufwärtstrend. Hauptgrund dafür sind das Wachstum mit Touristen, die auch mehr Geld für Luxusgüterkäufe auf ihren Reisen etwa nach London ausgeben.

Die Uhrenexporte nach Italien (-9,1% auf 83,6 Mio CHF), Deutschland (-12% auf 81,4 Mio) und Frankreich (-0,8% auf 69,1 Mio) fallen derweil weiterhin zurück. Auffällig ist auch der Rückgang in den Vereinigten Arabischen Emiraten von 21% auf 61,7 Mio.

An der Börse reagieren die Aktien der Swatch Group und von Richemont in einem leicht nachgebenden Gesamtmarkt verhalten auf die Exportdaten. Bis um 09.25 Uhr verlieren Swatch 0,6% und Richemont 0,7%, während der Gesamtmarkt gemessen am SMI um 0,3% einbüsst.

Die März-Exporte seien jedoch klar stärker als erwartet ausgefallen, hält Patrik Schwendimann von der ZKB in einem ersten Kommentar fest. Positiv zu bewerten sei insbesondere das Wachstum im wichtigsten Exportmarkt Hongkong. Insgesamt zeige der Trend nach einem schwachen Jahresbeginn nun im März "in die richtige Richtung", so der ZKB-Experte weiter. Er glaubt, dass Swatch im laufenden Jahr auf die Wachstumsspur zurückfinden kann, vor allem dank des wichtigen chinesischen Markts.

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(AWP)