Umsätze im Baugewerbe steigen im 1. Quartal um 7,2%, Auftragseingänge rückläufig

Im Schweizer Baugewerbe sind die Umsätze zu Jahresbeginn gestiegen, die Auftragseingänge nahmen hingegen deutlich ab. In den Monaten Januar bis März resultiert im Vergleich zur Vorjahresperiode bei den Umsätzen ein Anstieg um 7,2% auf knapp 4 Mrd CHF, wie der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) am Mittwoch mitteilt. Dabei schnitt der Hochbau (+10%) besser ab als der Tiefbau (+4,1%).
31.05.2017 09:08

Im ersten Quartal spielten jedoch Witterungseffekte immer eine grosse Rolle, weshalb der Anstieg nicht überbewertet werden dürfe, schreibt der SBV. Im Mitteland sei der Januar zwar sehr kalt gewesen, allerdings werde im Januar sowieso nur wenig gebaut. In den entscheidenderen Monaten Februar und März sei die Witterung den Baufirmen dann aber gewogen gewesen, was den kalten Januar mehr als kompensiert haben dürfte.

Die Auftragseingänge sind dagegen im Jahresvergleich um 8,1% gesunken. Dafür ist laut SBV vor allem der Tiefbau mit einem Minus von 19% verantwortlich, bei dem aber jeweils einzelne Grossaufträge für grössere Schwankungen sorgen könnten. Im Hochbau legten die Auftragseingänge um 3,8% zu. Die Arbeitsvorräte liegen per Ende März etwas tiefer als im Vorjahr (-3,9%), wobei wiederum der Hochbau (+0,7%) besser abschneidet als der Tiefbau (-7,3%).

KONSOLIDIERUNG AUF HOHEM NIVEAU - HÖHERE RISIKEN IM WOHNUNGSMARKT

Auch die Bauvorhaben für das laufende Quartal (-3,6%) deuten auf eine gewisse Konsolidierung auf hohem Niveau hin. Die Aussichten für den Hochbau (+1,1%) sind auch hier etwas besser als für den Tiefbau (-7,9%).

Die fundamentalen Faktoren für die Bauwirtschaft, vor allem das tiefe Zinsniveau und das trotz Rückgang der Nettoeinwanderung immer noch ansehnliche Bevölkerungswachstum, seien intakt, heisst es weiter. Besorgt zeigt sich der SBV jedoch darüber, dass seit einigen Jahren mehr Wohnungen gebaut werden als der Markt aufnehmen kann.

Kurzfristig sorgen die geringen Anleiherenditen dafür, dass Investitionen in Mietwohnungen weiterhin attraktiv sind und entsprechend viel geplant und gebaut wird. Mittel- bis langfristig würden damit aber die Risiken im Wohnungsmarkt steigen.

Für das Gesamtjahr 2017 geht der SBV insgesamt davon aus, dass das Bauvolumen ähnlich hoch sein wird wie 2016.

cp/yr

(AWP)