Umsätze im Baugewerbe steigen im ersten Halbjahr um 6,2% - Aussichten eingetrübt

Das Schweizer Baugewerbe bleibt zwar auf Expansionskurs, hat aber zuletzt etwas an Dynamik eingebüsst. So stiegen im ersten Halbjahr 2017 die Umsätze im Bauhauptgewerbe gegenüber dem Vorjahr um 6,2% auf 9,5 Mrd CHF. Im zweiten Quartal (+5,4%) hat sich die Dynamik gegenüber dem ersten (+7,2%) damit etwas abgeschwächt.
06.09.2017 09:20

Im zweiten Jahresviertel stiegen namentlich die Umsätze im (volatilen) Tiefbau um 11,3%, während der Hochbau (+0,1%) stagnierte, teilt der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) am Mittwoch mit.

Die Auftragseingänge haben den Angaben zufolge im ersten Halbjahr leicht zugenommen (+2,9%), die Auftragsbestände per Ende Juni lägen allerdings um 3,5% unter dem Vorjahreswert. Auch die Bauvorhaben für dritte Quartal deuteten mit minus 2,1% auf eine eher unspektakuläre Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte hin. Die Umsätze dürften im Bereich des Vorjahres liegen, so der Verband.

AUSSICHTEN IM HOCHBAU VERSCHLECHTERN SICH

Mittelfristig werden die Umsätze im Hochbau wohl zurückgehen, resümiert der SBV. Darauf deuteten insbesondere die Baubewilligungen hin. Das baubewilligte Volumen habe sich von Januar bis Juli gegenüber dem Vorjahr um mehr als 10% zurückgebildet.

Davor hätten sich die Baubewilligungen während vieler Jahren stabil entwickelt. Der gleichzeitige Rückgang des Bevölkerungswachstums führte laut dem SBV dazu, dass mehr gebaut als nachgefragt wurde und die Leerstandsquote stieg. Mittlerweile passe sich aber die Planung der Nachfrage an.

Das zeige sich unter anderem daran, dass zwar nur unwesentlich weniger Wohnungen geplant würden, das Volumen pro Wohnung aber abnehme. Es würden kleinere und günstigere Wohnungen gebaut. Für 2018 rechnet der SBV daher mit rückläufigen Umsätzen im Hochbau.

ra/rw

(AWP)