Umsätze im Baugewerbe steigen 2016 um 8,7% - Gutes erstes Quartal 2017 erwartet

Das Schweizer Baugewerbe entwickelt sich weiterhin robust. Der milde Spätherbst habe ein gutes Baujahr abgerundet, schreibt der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) am Mittwoch. Im Gesamtjahr stiegen die Umsätze im Bauhauptgewerbe gegenüber dem Vorjahr um 8,7% auf rund 20,0 Mrd CHF - und damit nur geringfügig unter dem Niveau vom Rekordjahr 2014. Dabei zeigten der Hochbau (+8,3%) und der Tiefbau (+9,1%) ein ähnlich hohes Wachstum.
01.03.2017 09:07

Im vierten Quartal betrug das Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum 13%, womit die Dynamik im Schlussvierteljahr nochmals zugenommen habe. Der milde Spätherbst und Frühwinter habe eine rege Bautätigkeit ermöglicht.

Ebenfalls gestiegen sind die Auftragseingänge. Sie nahmen im Vorjahresvergleich um 7,3% auf 19,8 Mrd CHF zu. Die Arbeitsvorräte per Ende Jahr lagen um 6,5% höher als vor Jahresfrist. Die Bauvorhaben für das laufende, erste Quartal 2017 legten im Vorjahresvergleich um 14% zu, wofür insbesondere der Wohnungsbau verantwortlich sei, wie der Verband weiter schreibt. Damit deute alles auf einen guten Start ins neue Baujahr hin.

LANGFRISTIG STEIGENDE RISIKEN

Mittel- bis langfristig werden im Wohnungsbau jedoch steigende Risiken gesehen. Als Faktor wird die spürbar sinkende Nettoeinwanderung genannt. Diese habe sich 2016 auf rund 60'000 von noch 80'000 im Jahr 2014 abgeschwächt, was auch zu sinkender Nachfrage führe.

Die geringen Anleiherenditen würden aber dafür sorgen, dass Mietwohnungen als Anlageobjekte attraktiv sind, weshalb weiter gebaut wird. Jedoch absorbiere der Markt wegen der gesunkenen Nachfrage nicht mehr alle neu gebauten Wohnungen, wodurch die Leerstandsquote steigt.

Der SBV rechnet für das laufende Jahr mit einer ähnlich hohen Bautätigkeit wie im vergangenen Jahr.

yr/ys

(AWP)