US-Aussengebiet Puerto Rico fehlen sieben Milliarden Dollar pro Jahr

SAN JUAN (awp international) - Dem hoch verschuldeten US-Aussengebiet fehlen zur Deckung der laufenden Kosten rund sieben Milliarden US-Dollar (6,7 Mrd Euro) pro Jahr. Ohne eine Senkung der Ausgaben oder eine Erhöhung der Einnahmen würde in den kommenden zehn Jahren ein Fehlbetrag von 67,5 Milliarden Dollar auflaufen, hiess es in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben des Kontrollgremiums an die Provinzregierung. Puerto Rico müsse nun zügig handeln, da Mitte Februar 2017 der Schutz vor den Ansprüchen der Gläubiger auslaufe.
20.12.2016 17:55

Puerto Rico leidet unter einer schweren Haushaltskrise. Insgesamt liegt die Schuldenlast bei rund 70 Milliarden US-Dollar, hinzu kommen ungedeckte Pensionsansprüche. Die Karibikinsel gehört zum Territorium der USA. Es ist aber kein US-Bundesstaat, sondern hat als selbstverwaltetes Aussengebiet einen Sonderstatus. Deshalb kann sich Puerto Rico auch nicht nach US-Insolvenzrecht für bankrott erklären, wie es beispielsweise die Stadt Detroit getan hat.

Im Sommer wurde das Aussengebiet unter die Finanzaufsicht der Vereinigten Staaten gestellt. Ein Kontrollgremium soll nun die Verbindlichkeiten restrukturieren. Noch in dieser Woche werden die Gespräche mit den Gläubigern beginnen, wie die Gruppe am Dienstag ankündigte./dde/DP/jha

(AWP)