US-Beamter: Angriffe auf saudische Ölanlagen eher aus Irak oder Iran

Die Luftangriffe auf wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien sind der US-Regierung zufolge eher aus dem Iran oder Irak und nicht aus dem Jemen verübt worden. Auf Satellitenaufnahmen seien mindestens 17 Einschläge zu erkennen und diese seien durch Angriffe aus nördlicher oder nordwestlicher Richtung verursacht worden, berichtete die "The New York Times" am Sonntag (Ortszeit) nach einem Hintergrundgespräch mit US-Regierungsbeamten. Dies passe eher zu Angriffen aus dem nördlichen Persischen Golf, also dem Irak oder Iran, als zu Angriffen aus dem südlich von Saudi-Arabien gelegenen Jemen. Die jemenitischen Huthi-Rebellen hatten sich zu den Angriffen bekannt.
16.09.2019 08:34

Ausserdem deute die Kombination aus vielen Drohnen und Raketen auf einen Grad an Umfang, Präzision und Finesse hin, der über die Fähigkeiten der Huthi-Rebellen allein hinausgehe, zitierte das Blatt einen US-Regierungsbeamten.

US-Aussenminister Mike Pompeo hat den Iran direkt für die Angriffe verantwortlich gemacht. Die Führung in Teheran bestreitet vehement jede Tatbeteiligung. Saudi-Arabien bezeichnete die Angriffe als "Terrorakt", hat aber den Iran bislang nicht direkt beschuldigt.

US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag den Verantwortlichen für die Angriffe Vergeltung angedroht. Er machte jedoch keine direkten, sondern nur vage Angaben dazu, wen die USA für den Urheber halten. Trump schrieb auf Twitter: "Es besteht Grund zu der Annahme, dass wir den Täter kennen." Die USA stünden Gewehr bei Fuss, warteten aber auf eine Bestätigung und auf Angaben der saudischen Führung, wen diese für den Angriff verantwortlich mache und unter welchen Bedingungen vorgegangen werden solle.

Die Huthis kämpfen im Jemen gegen die gewählte Regierung, die ihrerseits von Saudi-Arabien unterstützt wird. Seit 2015 fliegt eine Allianz unter Führung von Saudi-Arabien Luftangriffe auf die Rebellen.

Trump hatte im Juni bereits einmal einen Vergeltungsschlag gegen Teheran nach dem Abschuss einer US-Drohne geplant, diesen aber eigenen Worten zufolge kurz vorher abgeblasen. Der Konflikt zwischen dem Iran und der US-Regierung hat sich gefährlich zugespitzt, nachdem US-Präsident Donald Trump das internationale Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt und harte Wirtschaftssanktionen gegen das Land wie beispielsweise einen Ölboykott verhängt hatte. Teheran unterstützt nicht nur die Huthis im Jemen, sondern auch schiitische Milizen im Irak und im Libanon./aae/DP/men

(AWP)