US-Notenbank dreht weiter an der Zinsschraube

(Meldung weiter ausgebaut) - Die amerikanische Notenbank Fed bleibt trotz Kritik von US-Präsident Donald Trump ihrem geldpolitischen Kurs treu und hat den Leitzins zum achten Mal seit Beginn der Zinswende 2015 erhöht. Wie die Federal Reserve am Mittwoch in Washington mitteilte, steigt das Zielband für den Leitzins "Fed Funds Rate" um 0,25 Punkte auf 2,0 bis 2,25 Prozent. Analysten hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Neue Zinsprognosen der Ratsmitglieder deuten darauf hin, dass die Fed ihr Tempo auf dem Weg hin zu höheren Zinsen unverändert beibehalten wird.
26.09.2018 20:55

Nach Einschätzung der Notenbank bleibt die amerikanische Wirtschaft weiter auf einem robusten Wachstumskurs. Für das laufende Jahr erhöhten die Währungshüter ihre Wachstumsprognose deutlich. Demnach wird für 2018 eine Zunahme der Wirtschaftsleistung um 3,1 Prozent erwartet, nach 2,8 Prozent im Juni. Die Wachstumsprognose für 2019 wurde leicht angehoben, während sie für 2020 unverändert bei 2,0 Prozent bleibt.

Vor dem Hintergrund der mittlerweile wieder vergleichsweise hohen Zinsen in den USA entfernte die Fed den Hinweis aus ihrer Erklärung, dass die geldpolitische Ausrichtung "akkommodierend" sei, also das Wirtschaftswachstum unterstütze. Fachleute hatten diese Änderung angesichts des mittlerweile erhöhten Zinsniveaus weitgehend erwartet.

Der Arbeitsmarkt habe sich weiter gefestigt, hiess es in der Stellungnahme zur Zinsentscheidung. Die Konsumausgaben und die Investitionen der Unternehmen seien stark expandiert, während die Inflation in der Nähe des Zwei-Prozent-Ziels der Fed liege.

Wie aus neuen Zinsprognosen der Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses hervorgeht, werden im kommenden Jahr weiterhin drei Anhebungen erwartet. Diese Prognose war zuvor am Markt von einigen Teilnehmern in Frage gestellt worden. Für das laufende Jahr werden nach wie vor insgesamt vier Erhöhungen erwartet. Am Markt wird damit gerechnet, dass der vierte und letzte Zinsschritt in diesem Jahr im Dezember erfolgen wird.

Die langfristige Zinsprognose wurde allerdings etwas angehoben. Laut der neuen Projektion wird ein Zinsanstieg auf 3,0 Prozent erwartet. Zuletzt hatten die Ratsmitglieder im Juni ihre Zinsprognose abgegeben, und die Langfristprognose hatte damals bei 2,9 Prozent gelegen. Diese Vorhersage wird am Markt stark beachtet./jkr/bgf/he

(AWP)