US-Notenbank strafft Geldpolitik wie erwartet

(Ausführliche Fassung) - Die amerikanische Notenbank Federal Reserve hat ihre Geldpolitik erwartungsgemäss gestrafft. Wie die Fed am Mittwoch in Washington mitteilte, steigt der Leitzins um 0,25 Prozentpunkte. Die Fed Funds Rate, wie der Leitzins genannt wird, liegt damit in einer Spanne von 0,75 bis 1,0 Prozent. Bankanalysten und Anleger hatten mit der Entscheidung gerechnet, nachdem zahlreiche Zentralbanker den Zinsschritt Anfang März signalisiert hatten.
15.03.2017 19:50

Die Notenbank begründet die Zinsanhebung mit Fortschritten am Arbeitsmarkt und einer höheren Inflation. Während sich der Jobmarkt zuletzt weiter von seiner starken Seite gezeigt habe, sei die Inflation in Richtung des Ziels der Fed von zwei Prozent gestiegen. Die Wirtschaft sei weiter moderat gewachsen.

UNVERÄNDERTES STRAFFUNGSTEMPO

Ihr absehbares Straffungstempo änderte die Fed nicht. Der geldpolitische Ausschuss FOMC geht nach wie vor von zwei weiteren Zinsanhebungen in diesem Jahr aus, gefolgt von drei Anhebungen im kommenden Jahr. Lediglich die Zinsprognose für Ende 2019 wurde leicht von 2,9 auf 3,0 Prozent angehoben. Die Projektionen zu Wachstum, Inflation und Arbeitsmarkt blieben im Wesentlichen unverändert.

Einen klaren Hinweis auf den Zeitpunkt des nächsten Zinsschritts gab die Fed nicht. Man erwartet eine "graduelle" Anpassung der Geldpolitik, heisst es in einem Kommentar zur Zinsentscheidung. Bisher hatte die Notenbank von einer "nur" graduellen Anpassung gesprochen.

DOLLAR UND RENDITEN UNTER DRUCK

Grundsätzlich will die Federal Reserve eine konjunkturstützende Geldpolitik beibehalten. So soll eine weitere Verbesserung am Arbeitsmarkt sichergestellt und ein dauerhaftes Erreichen des Inflationsziels von zwei Prozent gesichert werden.

An den Finanzmärkten geriet der US-Dollar nach den Entscheidungen deutlich unter Druck. Auch die Renditen für amerikanische Staatsanleihen gaben spürbar nach. Dies dürfte darauf zurückzuführen sein, dass es vor der Zinsentscheidung Spekulationen gegeben hat, dass die Fed ein höheres Straffungstempo signalisieren könnte - was sie aber nicht getan hat.

DRITTE ZINSANHEBUNG SEIT KRISE

Die aktuelle Zinsanhebung ist erst die dritte nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008. Das zeigt, wie sehr die Krise das globale Finanzsystem und die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen hat. Von Ende 2008 bis Ende 2015 hatte die Fed den Leitzins an der Nulllinie gehalten, um die Konjunktur zu stützen und zu beleben. Ende 2015 und Ende 2016 erfolgten dann zwei vorsichtige Zinsanhebungen, denen die jetzige folgte./bgf/jsl/fbr

(AWP)