US-Notenbanker Harker: Lockere Fiskalpolitik spricht für straffere Geldpolitik

PHILADELPHIA (awp international) - Eine deutlich lockerere Fiskalpolitik in den USA könnte schnellere Zinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed nach sich ziehen. Diese Einschätzung äusserte Patrick Harker, Präsident der regionalen Notenbank von Philadelphia, am Donnerstag in der Ostküstenmetropole. Allerdings sei es zurzeit unmöglich, die konkrete Ausgabenpolitik der neuen Regierung vorherzusagen, schränkte Harker vor Journalisten ein. "Alles hängt davon ab, was mit Blick auf die Fiskalpolitik passiert."
17.11.2016 07:54

Anlass seiner Äusserungen ist die Wahl des Republikaners Donald Trump zum künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten. Trump hatte im Wahlkampf mit hohen Infrastrukturausgaben und erheblichen Steuersenkungen geworben. Nach der überraschenden Wahl Trumps haben diese Pläne für stark steigende Marktzinsen auch ausserhalb der USA gesorgt. Denn Anleger setzen auf ein stärkeres US-Wachstum, eine höhere Inflation und damit raschere Zinsanhebungen durch die Fed.

Kurzfristig unterstütze er eine Zinsanhebung auf der kommenden Notenbanksitzung im Dezember, sagte Harker, der im geldpolitischen Ausschuss der Fed allerdings erst von kommenden Jahr an stimmberechtigt ist. An den Finanzmärkten ist eine zweite Zinsanhebung nach der Finanzkrise im kommenden Monat fast vollständig eingepreist. Die Wahrscheinlichkeit am US-Geldmarkt beträgt aktuell 94 Prozent./bgf/zb/fbr

(AWP)