US-Notenbanker: 'Sinnvoll über Veränderung der Fed-Bilanz zu sprechen'

Während die US-Notenbank Fed allmählich ihre Geldpolitik durch Leitzinsanhebungen strafft, gerät der künftige Umgang mit der aufgeblähten Fed-Bilanz verstärkt in den Fokus der Währungshüter. Es sei sinnvoll, über Veränderungen der Bilanz zu sprechen, sagte das scheidende Fed-Mitglied Daniel Tarullo an seinem letzten Tag im Amt am Mittwoch dem Fernsehsender CNBC.
05.04.2017 15:16

In jüngster Zeit haben sich mehrere Notenbanker zur Fed-Bilanz geäussert. Die Chefin der regionalen Notenbank von Cleveland, Loretta Mester, hat sich Ende März dafür ausgesprochen, schon bald mit dem Abbau der Bilanz zu beginnen. Zudem haben sich die Chefs der regionalen Notenbanken von Dallas und St. Louis, Robert Kaplan sowie James Bullard, dieses Jahr dafür ausgesprochen, das Thema auf die Agenda zu setzen.

Ähnlich wie die Europäische Zentralbank (EZB) es zurzeit noch tut, hat die Fed während der Finanzkrise Staatsanleihen und mit Hypotheken besicherte Wertpapiere im Volumen von mehr als vier Billionen Dollar erworben, um die Marktzinsen zu drücken und die Konjunktur zu stützen. Zinszahlungen und Tilgungen auf diese Papiere werden bislang stets reinvestiert, sodass das Volumen unverändert bleibt.

Experten halten es für nötig, diesen Berg an Papieren zu reduzieren, damit Leitzinserhöhungen ihre erhoffte Wirkung entfalten können. Bei der jüngsten Notenbanksitzung Mitte März hatte die Fed zum dritten Mal seit der Finanzkrise ihren Leitzins angehoben. Ausserdem haben die Währungshüter weitere Erhöhungen in diesem Jahr signalisiert./tos/jkr/stb

(AWP)